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Oviedo (Spanien) – Ihre Kinder waren länger eingesperrt als sie: Fast vier Jahre hielten Christian (54) und Melissa S. (49) ihre Zwillinge (9) und deren älteren Bruder (11) in ihrem Haus in Nordspanien gefangen. Die Horror-Eltern von Oviedo selbst sind nach gerade mal 14 Monaten Haft wieder frei.

2021 waren der Headhunter aus Hamburg und seine Frau mit ihren Söhnen aus Furcht vor Corona in die spanische Provinz gezogen. Die Kinder durften das Haus nicht verlassen. Keine Schule, keine Freunde, keine frische Luft. Sie mussten Windeln tragen, durften nur selten auf die Toilette.

Eltern im Mai zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt

Am 28. April 2025 beendete die Polizei das Martyrium. Die Jungen kamen in Obhut, die Eltern in U‑Haft. Erst am 11. Mai 2026 verurteilte das Provinzgericht in Oviedo sie wegen psychischer Gewalt und Verletzung der Fürsorgepflicht zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft. Dagegen gingen sie in Berufung.

Am Montag entschied das oberste Gericht Asturiens: „Sie wurden vom Vorwurf der psychischen Misshandlung … freigesprochen. Das Gericht hat … die entsprechenden Anordnungen … geschickt, damit die Verurteilten in den nächsten Stunden aus dem Gefängnis entlassen werden können.“ Noch am Abend kam das Paar laut „La Nueva España“ frei.

Richter bescheinigen Horror-Eltern gute Absichten

Nach Auffassung der Richter wollten die Eltern ihren Kindern keine „erniedrigende oder demütigende Behandlung“ zufügen. Die Isolation sei Folge einer „missverstandenen Überbehütung aus Angst vor einer Covid-19-Infektion und später durch die Angst vor einem Sorgerechtsentzug“, so ein Sprecher der Justiz. Die Eltern hätten unter denselben Bedingungen gelebt und keine „körperliche Gewalt, Bestrafung oder Manipulation“ angewendet.

Übrig blieben sechs Monate Haft wegen Verletzung der Fürsorgepflicht. Sie waren bereits verbüßt. Der Verteidiger von Melissa S. zitiert sie mit den Worten: „Es ist Gerechtigkeit geschehen. Es hat sich gezeigt, dass wir unseren Kindern niemals schaden wollten.“

Kinder bleiben unter staatlicher Obhut

An der Situation der Kinder ändert das vorerst nichts. Sie bleiben laut regionaler Medien in Obhut und werden psychologisch betreut. Die Anwälte der Eltern wollen erreichen, dass der Kontakt zu den Kindern schrittweise wieder aufgenommen werden kann.