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Deinham – Bei Baggerarbeiten in einer Kiesgrube nahe dem österreichischen Deinham sind Arbeiter 2019 auf zahlreiche rostfarbene Klumpen gestoßen. Was zunächst wie Schrott aussah, entpuppte sich später als archäologische Sensation: Es handelte sich um mindestens 500 eiserne Spitzbarren aus der keltischen La-Tène-Zeit – der größte prähistorische Eisenfund Europas.

Archäologe Peter Trebsche von der Universität Innsbruck nennt es ein „kleines Wunder“, dass das Eisen nicht beim Schrotthändler gelandet ist. Gemeinsam mit Marion Berranger von der Université de Technologie de Belfort-Montbéliard berichtet er nun im Fachblatt „Antiquity“ über den Fund. Die Forscher identifizierten die Stücke als Eisenbarren aus der frühen La-Tène-Zeit, datiert auf etwa 450 v. Chr. bis zur Zeitenwende.

Hätte für 500 Schwerter gereicht

Laut Trebsche hätten die insgesamt rund eine Tonne schweren Barren für ungefähr 500 Schwerter mit einem durchschnittlichen Gewicht von 1,5 bis 2 Kilogramm gereicht. „Selbst wenn man Materialverluste bei der Verarbeitung berücksichtigt, hätte das Eisen aus Deinham ausgereicht, um eine große Gruppe von Kriegern mit Waffen auszustatten“, so der Wissenschaftler. Der Fundort liegt etwa 20 Kilometer von Linz entfernt. Die Menschen Mitteleuropas dieser Zeit wurden von ihren lateinisch und griechisch sprechenden Nachbarn im Süden als Kelten bezeichnet.

Woher das Eisen kam? Forscher vermuten: Es wurde in Bayern geschmiedet – unweit mächtiger keltischer Städte, sogenannter Oppida, wo Eisenhütten nachgewiesen sind. Dann sollte die Fracht auf der Donau flussabwärts transportiert werden. Doch das Schiff kenterte möglicherweise – und Hunderte Barren versanken auf dem Flussgrund!

Für Archäologe Peter Trebsche ist das ein Beweis: Die Kelten waren echte Wirtschaftsprofis. „Das unterstreicht die leistungsfähigen, gut organisierten Möglichkeiten der Binnenschifffahrt“, sagt er. Über 2000 Jahre später hat die Donau ihren Lauf verändert – die Barren liegen längst nicht mehr im alten Flussbett. Und das eigentliche Ziel der Lieferung? Bis heute unbekannt. Klar ist nur: Es handelt sich um eine archäologische Sensation.