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Washington (USA) – Nach dem holprigen Start im Weißen Haus droht Donald Trumps neuer Sprecherin, Katie Zacharia, jetzt noch mehr Ärger. Konkret geht es um ihren Lebenslauf: Laut US-Medienberichten gibt es Zweifel an der angeblichen Anwaltskarriere der 41-Jährigen. Grund: Zacharia ist nach Recherchen von „The Independent“ in keinem US-Bundesstaat als zugelassene Juristin registriert!

Bei ihrer Ernennung hatte Trump seine neue Sprecherin ausdrücklich als „Attorney“ (Anwältin) vorgestellt. Auch Zacharia selbst bezeichnete sich in TV-Auftritten und Interviews immer wieder als Juristin. Doch ausgerechnet bei der entscheidenden Frage nach ihrer Zulassung geriet sie jetzt ins Schlingern. Ein Reporter hatte gefragt, in welchem US-Bundesstaat sie ihr Staatsexamen bestanden habe. Zacharia antwortete: „Als ich nach China gezogen bin.“

Eine Antwort, die sofort Fragen aufwarf: Mehrere Medien recherchierten daraufhin, ob es in einem der 50 Bundesstaaten öffentlich zugängliche Nachweise dafür gibt, dass Zacharia die Anwaltsprüfung abgelegt hat. Doch nichts. In den gängigen Verzeichnissen findet sich den Berichten zufolge kein Eintrag. Zur Erklärung: Um in den USA als Anwalt arbeiten zu können, reicht weder ein Jurastudium noch die Arbeit in einer Kanzlei aus. Es braucht eine Zulassung.

Zacharia arbeitete für Kanzlei in China

Auch in ihrer LinkedIn-Biografie finden sich kaum klassische Tätigkeiten als Anwältin. Trotzdem wurde Zacharia in Pressemitteilungen, bei TV-Auftritten und sogar von Unternehmen, bei denen sie beratend tätig war, regelmäßig als Juristin oder Anwältin vorgestellt.

Bekannt ist: Zacharia schloss 2011 ihr Jurastudium an der Pepperdine University ab und arbeitete danach für die chinesische Kanzlei Zhong Lun. Dort soll sie nach eigenen Angaben im Bereich internationales Wirtschaftsrecht tätig gewesen sein. Später tauchte sie als Kommentatorin bei konservativen Medien wie Newsmax und Fox News auf. Kurzzeitig arbeitete sie auch für das US-Heimatschutzministerium, bevor sie in Trumps Team wechselte.

„Warum wurde sie ausgesucht?“

Zacharia tritt inzwischen die Flucht nach vorn an: Sie habe „internationales Transaktionsrecht mit allen erforderlichen Qualifikationen“ ausgeübt, erklärte sie. Eine Antwort auf die Frage, wo genau sie ihre Zulassung erworben hat, bleibt sie aber weiterhin schuldig. Ein gefundenes Fressen für ihre Kritiker. Die rechte Influencerin Candace Owens (37) fragte: „Wer ist diese Frau und warum wurde sie ausgesucht? Sie hätte an Tag eins gefeuert werden müssen!“

Schon für ihr erstes Pressebriefing im Weißen Haus war Zacharia heftig kritisiert worden. Sie sei schlecht vorbereitet gewesen, habe zu oft von ihrem Manuskript abgelesen und wenig souverän gewirkt. Zudem habe sie nur drei Fragen zugelassen – und die Fragerunde schon nach 15 Minuten beendet.