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Staniel Cay (Bahamas) – Was als unbeschwerter Familienurlaub auf den Bahamas begann, endete beinahe in einem Albtraum: Der 12-jährige Parker Roll wurde beim Schwimmen von einem Hai angegriffen und schwer am Bein verletzt. Nur das geistesgegenwärtige Eingreifen seines 16-jährigen Bruders, der seine Badehose als improvisierten Druckverband einsetzte, verhinderte offenbar Schlimmeres. Ärzte sind überzeugt: Ohne die schnelle Hilfe hätte der Junge den massiven Blutverlust womöglich nicht überlebt.

Der Angriff ereignete sich am 23. Juni vor Staniel Cay, einer kleinen Urlaubsinsel in den Exuma Cays auf den Bahamas. Das beliebte Feriengebiet liegt rund 120 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Nassau. Parker und sein Bruder Jack planschten in einer flachen Bucht, als sie plötzlich ein großes, dunkles Objekt im Wasser entdeckten. „Wir dachten zuerst, es wäre ein Felsen“, erinnerte sich Parker später gegenüber US-Medien. Sekunden später wurde ihm klar, was sich tatsächlich unter der Wasseroberfläche befand. „Als ich nach unten schaute, sah ich den Kopf des Hais an meinem Bein“, so Parker über den Schockmoment.

Der Angriff des Räubers

Der Meeresräuber, vermutlich ein Riffhai, hatte sich in seinem rechten Unterschenkel verbissen! „Ich dachte, ich sterbe“, sagte er später. Wegen des Adrenalins habe er zunächst kaum Schmerzen gespürt. Erst später sei das volle Ausmaß der Verletzung spürbar geworden. „Es fühlte sich an, als würde ein Messer in meine Wade gestochen und herumgedreht.“ Sein Bruder Jack reagierte ohne zu zögern. Er zog Parker aus dem Wasser, riss sich seine Badehose herunter und band sie fest um das verletzte Bein, um die Blutung zu stoppen. Die Maßnahme verschaffte den Rettungskräften wertvolle Zeit.

Weil es am Unglücksort weder Handy- noch Funkempfang gab, konnten die Rettungskräfte erst nach einer längeren Bootsfahrt alarmiert werden. Am Hafen wartete schließlich ein Krankenwagen, der Parker in eine Klinik brachte. Dort musste sein Bein mit 30 bis 40 Stichen genäht werden. Heute kann Parker sein Glück kaum fassen. „Ich fühle mich sehr glücklich, noch am Leben zu sein“, sagte er. Seinen Bruder nennt er seinen „Helden“. Nach Einschätzung der Ärzte stehen die Chancen gut, dass sich der 12-Jährige vollständig erholen wird.