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Journalisten während AfD-Parteitag durch Erfurt gejagt! Täter noch nicht identifiziert

Journalisten während AfD-Parteitag durch Erfurt gejagt! Täter noch nicht identifiziert
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Erfurt (Thüringen) – Drei Minuten lang machten Extremisten Jagd auf Journalisten. Auch als einer von ihnen bereits am Boden lag, traten und schlugen sie brutal auf ihn ein. BILD-Reporter dokumentierten das Geschehen, filmten, fotografierten. Die Täter sind darauf gut zu erkennen. Trotzdem hat die Polizei sie noch nicht identifiziert.

Drei Reporter der Medienplattform „Apollo News“ gerieten am Samstag am Rande des AfD-Parteitags in eine aufgebrachte Menschenmenge. Ob sie erkannt wurden oder zufällig Opfer eines aggressiven Mobs wurden, ist noch unklar.

BILD-Videos zeigen die brutale Attacke

Aufnahmen der BILD-Reporter zeigen die schlimmen Szenen: Demonstranten verfolgen die drei jungen Männer, immer mehr Demo-Teilnehmer schließen sich ihnen an. Schließlich stehen die Journalisten dem „Schwarzen Block“ gegenüber. Die Situation eskaliert: Eine Gruppe überwiegend schwarz gekleideter und häufig vermummter Teilnehmer aus der autonomen linksextremen Szene schlägt und tritt auf die drei Männer ein. Eine Polizei-Spezialeinheit bringt sie schließlich in Sicherheit. Nach BILD-Informationen gingen die Medienvertreter nach der Attacke weiter, ohne Anzeige zu erstatten. Das holten sie erst später nach.

Polizei nutzt BILD-Material zur Fahndung

Die Aufnahmen von BILD haben die Behörden inzwischen gesichert. Erst durch die veröffentlichten Videos und Fotos hat die Polizei nun eine Täterbeschreibung – um die Schläger der Hetzjagd durch Erfurt (Thüringen) zu ermitteln.

Noch sind die Täter nicht identifiziert. Doch die Polizei nutzt alle verfügbaren Fotos und Videos, auch die von BILD, zur Fahndung.

Kriminalpolizei ermittelt mit Hochdruck

Nach BILD-Informationen werden alle dazu gesammelten Daten, also auch das gesamte von BILD zur Verfügung gestellte Material, über den sogenannten Einsatz-Abschnitt „Ermittlungen“ zusammengetragen. Die Kriminalpolizei ist bereits eng eingebunden. Am Montag erhält die Behörde sämtliche Erkenntnisse vom Demo-Wochenende. Dann prüft die Staatsanwaltschaft die genauen Vorwürfe und wird dementsprechend Ermittlungen einleiten.

Thüringens Innenminister, Georg Maier (59, SPD), zu BILD: „Gewalt darf niemals das Mittel der politischen Auseinandersetzung sein. Ich verurteile die Attacken auf die Medienvertreter. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und arbeitet mit Hochdruck daran, die Täter zu ermitteln.“ Maier selbst nahm am Samstag auch an der Demo gegen den AfD-Parteitag in Erfurt teil.

Das Bündnis „Widersetzen“ hingegen weist die Vorwürfe zurück und entschuldigt sich nicht für den Angriff auf drei Mitarbeiter von „Apollo News“. Auf einer Pressekonferenz am Sonntag erklärte Sprecher Noa Sander: „Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen.“ Die anwesenden Journalisten wurden anschließend aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen.

65 Straftaten, antisemitische Parolen

Neben dem Angriff auf die Reporter gibt es noch viele weitere Ermittlungen. Während des Einsatzes wurden bislang 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. U.a. wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung. Zudem hatten Demonstranten immer wieder Polizisten angegriffen und antisemitische Parolen skandiert. Das Bündnis „Widersetzen“ wollte sich auf Anfrage von BILD nicht zu den Vorfällen äußern.

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