Bonn – Breitseite von JU-Chef Johannes Winkel (34) gegen Manuela Schwesig (52)! Unter Gejohle und Beifall von 300 Delegierten knöpfte sich Winkel – seit Neuestem auch Unionsfraktionsvize im Bundestag – Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Regentin vor. So scharf wie kein Unions-Politiker vor ihm rechnete er mit Schwesig ab. Die solle sich als selbst ernannte „Frau gegen Blau“ lieber an der AfD abarbeiten als an der Bundesregierung. Mehr noch: Schwesig schieße „seit Wochen ohne jeden inhaltlichen Anspruch an sich“ und „ohne jeden konstruktiven Anspruch“ gegen Berlin.
Und Winkel war noch nicht fertig mit seiner Abrechnung. CDUler hätten „viel Kritik einstecken müssen“ im letzten Jahr, manche davon zu Recht. ABER: „Wir lassen uns ganz bestimmt nicht von Manuela Schwesig belehren, wenn es um Anstand und Haltung in der deutschen Politik geht.“ Prasselnder Beifall der aus ganz Deutschland angereisten Delegierten. Dann knöpfte sich Winkel Schwesig wegen der von ihr verbreiteten „Fata Morgana“ der angeblich „unmenschlichen Angriffe“ auf Ex-SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas (58) vor.
Es habe „nicht nur keine Angriffe“ gegeben, sondern die ausdrückliche Ansage, auf einen privaten Trauerfall selbstverständlich Rücksicht zu nehmen. Damit nahm Winkel den CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz ausdrücklich in Schutz. Und er ging zum Gegenangriff über: „Wie war das noch mal, Frau Schwesig? Wer hat sich von Russland kaufen lassen und das Ganze der deutschen Öffentlichkeit auch noch als Klimastiftung verkauft?“
Rentenrebellion „ohne Argumente“
Und Schwesigs Widerstand gegen die Abschaffung der Rente mit 63? Schwesig sei eine Rentenrebellin „ohne Argumente“. Die Rentenkommission habe – unter Mitwirkung von JU-Bundesvize Pascal Reddig (31) – ein exzellentes Ergebnis vorgelegt. Auf dem Tisch liege nun ein Paket aus 33 Maßnahmen, das im Grundsatz geeint sei. Sein dringender Appell in Richtung der Kritiker um Schwesig und Co. laute, jetzt nicht Dinge zu „zerschießen“, um eine Woche lang bessere Beliebtheitswerte zu haben. Jetzt gehe es darum, die Rente für die nächsten 25 Jahre zu sichern. „Lieber Herr Bundeskanzler, lieber Herr Schweitzer, nehmen Sie diese Verantwortung wahr und setzen Sie dieses Gesamtpaket um!“
Vor Winkel hatte sich bereits NRW-Regent Hendrik Wüst (51) politische Gegner zur Brust genommen. Er wurde insbesondere für seine Kampfansage an die AfD umjubelt. Wüst muss gerade eine Umfrage verkraften, in der seine CDU in NRW acht Prozentpunkte verliert (nur noch 26%) und die AfD auf 21 Prozent (plus vier) ihr bedrohlich nahekommt.
Wüst kämpferisch: „Die 39 Abgeordneten, die für die Partei in den Magdeburger Landtag eingezogen sind, sind das Who-is-Who von Rechtsextremisten, verrückten Esoterikern, kriminellen Versagern und intellektuellen Tiefliegern.“ Selbst ein ehemaliger Stasi-Offizier sei dabei. Wüst: „Der hat in der DDR die Freiheit der Menschen unterdrückt. Und jetzt schwingen sich solche Typen auf, in einem deutschen Parlament über Freiheit zu reden. Das ist Hohn und Spott für jeden, der in der DDR für die Freiheit gekämpft, für die Freiheit auf die Straße gegangen ist.“
Am Ende bekam Winkel 94,31 Prozent bei seiner Wiederwahl – mehr geht kaum! Und ging noch nie: Es ist, so sagte Ex-JU-Bundeschef Paul Ziemiak, das beste Ergebnis eins JU-Chefs „ever“.