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Washington – Er musste im Wahlkampf viel Häme einstecken aus dem Lager des späteren Wahlsiegers Donald Trump (80). Jetzt schlägt Ex-Präsident Joe Biden (83) zurück. Bei einem seiner wenigen öffentlichen Auftritte rechnete er mit Trump und dessen Präsidentschaft ab, nannte ihn wegen seiner diversen Eitelkeitsprojekte sogar einen „Loser“.

Ob der Termin bewusst gewählt war? Joe Biden nutzte ausgerechnet den zweiten Jahrestag des für ihn desaströsen TV-Duells ums Weiße Haus für eine ungewohnt scharfe Attacke auf seinen Nachfolger. Bei der Debatte vor der Wahl 2024 verhaspelte sich Biden mehrfach, wirkte fahrig, ließ Sätze unvollendet. Es war der Beginn des Endes seiner Kandidatur.

Bidens Botschaft jetzt: Trump gehe es nur um Selbstdarstellung, sein Ego – und sein Bankkonto! Zwar wirkte der Ex-Präsident bei einer Gala der Demokraten in Hanover im US-Bundesstaat Maryland auch geschwächt – vor einem Jahr hatte er eine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Doch seine Spitzen gegen den Mann im Weißen Haus saßen.

Biden zählt Trumps Prestigeprojekte auf

Vor allem Trumps Prestigeprojekte in Washington nahm Biden ins Visier. Er zählte grimmig auf, dass Trump den Ostflügel des Weißen Hauses einreißen ließ, um seinen Ballsaal zu bauen, das Kennedy-Center mit seinem Namen versehen wollte und einen gigantischen Bogen in Washington bauen lässt – „zu seiner eigenen Ehre“.

Den meisten Spott musste sich Trump dafür gefallen lassen, „seinen eigenen Poolreiniger“ eingestellt zu haben, damit das umstrittene Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial nicht veralgt. „Whoa, what a Loser“, sagte Biden wörtlich unter Gelächter und Applaus seiner Parteifreunde.

„Narzissmus und Inkompetenz“ in der Trump-Regierung

Das Becken stehe aber für mehr als „den Narzissmus und die Inkompetenz dieser Regierung“. Es gebe auch „Korruption, unverhohlene, dreiste Korruption – in einem Ausmaß, wie es sie in der amerikanischen Geschichte noch in keiner Regierung gegeben hat“. Trump habe seit seiner zweiten Amtszeit bereits Milliarden verdient. „Er kennt keine Scham. Und offen gesagt ist das beschämend für unser Land“, sagte Biden. „Mit dem Präsidentenamt Geld zu verdienen, ist einer der Gründe, warum er Präsident sein will.“

Doch auch außenpolitisch ließ Biden kein gutes Haar an Trump, warf ihm „gezielte Zerstörung der Nato“ vor und dass er Kreml-Diktator Putin den amerikanischen Verbündeten vorziehe.