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New York (USA) – Er nahm mal wieder kein Blatt vor den Mund … Argentiniens Polter-Präsident Javier Milei (55) nutzte seinen Auftritt vor der UN-Vollversammlung in New York für einen Frontalangriff gegen die Vereinten Nationen. Die UNO sei inzwischen eine „nutzlose Organisation“, die nur noch dazu diene, „eine Kaste von fatal arroganten Parasiten zu ernähren, die sich als wohlmeinende Bürokraten tarnen“, donnerte Milei. Worte, mit denen er seine gepfefferte Kritik aus früheren UN-Auftritten noch einmal verschärfte. 2024 hatte er die Organisation bereits als bürokratischen „Leviathan“ angegriffen. Zwei Jahre später ging er deutlich weiter.

Mileis Vorwurf: Statt Sicherheit und Menschenrechte zu gewährleisten, habe die UNO „Chaos, Gewalt und internationalen Terrorismus“ zugelassen. Die angeblichen Verteidiger der Menschenrechte hätten „blutrünstige Diktaturen“ und Regime geschützt, „die Frauen auf offener Straße steinigen“. Gleichzeitig sei ein gewaltiger bürokratischer Apparat entstanden, der sich in das Leben der Menschen und die Politik souveräner Staaten einmische. Das Ergebnis bezeichnete Javier Milei als eine „Mischung aus Anarchie und Tyrannei“.

Für die Corona-Maßnahmen gibt es ein Wort: Genozid

Doch Milei beließ es nicht bei seiner Generalabrechnung mit der UNO. Besonders drastisch wurde der Präsident beim Thema Corona-Pandemie. Milei bezeichnete die weltweiten Beschränkungen als „globales Experiment sozialer Kontrolle, getarnt als Wissenschaft“. Sein Vorwurf: Die Einschränkung von Arbeit und Bildung und die Folgen der Pandemiepolitik hätten zu Millionen vermeidbaren Todesfällen geführt. Dann folgte der wohl heftigste Satz seines Auftritts: „Es gibt ein Wort dafür: Genozid.“

Bei KI geriet der Präsident ins Schwärmen

Nach all der Wut schlug Javier Milei beim Thema Künstliche Intelligenz plötzlich ganz andere Töne an. Wo andere Gefahren wittern, sieht der Argentinier vor allem Chancen. Er schwärmte, KI könne die Produktivität in einem bislang kaum vorstellbaren Ausmaß steigern. Mileis bildhafte Prognose: „Die Künstliche Intelligenz wird die Stecknadelfabrik des 21. Jahrhunderts.“ Er bezog sich damit auf den schottischen Ökonomen Adam Smith (1723–1790): Der hatte am Beispiel der Herstellung von Stecknadeln erklärt, wie Arbeitsteilung die Produktivität enorm steigern kann. Genau einen solchen Produktivitätssprung verspricht sich Milei heute von KI.

Er kündigte deshalb erneut an, in seinem Land auf strenge KI-Regeln verzichten zu wollen. Vorgesehen seien stattdessen Steueranreize und begrenzte Haftung für Unternehmen, die mit KI-Agenten arbeiten. Ausdrücklich stellte sich Javier Milei in diesem Teil seiner Rede an die Seite von US-Präsident Donald Trump (80). Der hatte am Vortag vor der UNO angekündigt, die US-Regierung werde künftig statt von „Künstlicher Intelligenz“ von „Superintelligenz“ sprechen.