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Aarau (Schweiz) – Maria S. (22) war erst vor einem Monat in die Schweiz gezogen. Die junge Frau aus Italien wollte sich ein neues, besseres Leben aufbauen. Doch in der Nacht zu Sonntag fielen auf dem „Aarau Rave“ Schüsse – die Italienerin wurde tödlich getroffen.

Mit einem Diplom einer Hotelfachschule in der Tasche war die 22-Jährige in die Schweiz gekommen, um zu arbeiten und sich eine Zukunft aufzubauen. Eine Stelle als Kellnerin hatte sie bereits gefunden. Ihr Wunsch: im Ausland studieren. An die Erfüllung ihrer Träume erinnerte sie jeden Tag ihr Tattoo: „Buena Suerte“ (deutsch: „Viel Glück“).

Sie liebte Musik über alles

Was sie seit ihrer Kindheit ganz besonders liebte: Musik! In der Nacht auf Sonntag war sie mit Freunden auf der Pferderennbahn im 23.000-Einwohner-Städtchen beim „Aarau Rave“. Als die Party schon fast zu Ende war, fielen gegen 2.30 Uhr Schüsse. Maria starb. Laut einem Sprecher der Kantonspolizei Aargau sei sie ein Zufallsopfer gewesen.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) bestätigte, dass es sich beim Todesopfer um Maria S. handelt. Im Oktober wäre sie 23 Jahre alt geworden. Meloni sprach der Familie ihr Beileid aus.

Nachbar schildert Zeit mit Maria

Einer, der sehr liebevolle Worte für Maria findet, ist Marco F. Er war mit der 22-Jährigen befreundet, beide waren Nachbarn. Der Schweizer Zeitung „Blick“ sagte er, dass Maria aus wirtschaftlichen Gründen nach Oftringen (Schweiz) gezogen sei. Obwohl Marco etwas älter als sie sei und eine eigene Familie hat, hätten beide oft gemeinsam etwas unternommen. Zudem habe Maria viel Zeit mit seinen Kindern verbracht. Er wusste auch, dass Maria Techno-Partys liebte und jede Gelegenheit nutzte, an einem Rave teilzunehmen, berichtet die italienische Zeitung „Il Fatto Quotidiano“.

In Armut aufgewachsen

Maria stammte aus Atri, einer kleinen Stadt in der Region Abruzzen nahe der Adria-Küste. Ein ehemaliger Nachbar berichtete der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“, dass Maria in Armut aufgewachsen sei. Die Eltern waren geschieden, ihre Kindheit und Jugend seien nicht leicht gewesen. Doch Maria habe sich nie dafür geschämt. Stattdessen arbeitete sie daran, es einmal besser im Leben zu haben.

Schließlich packte die 22-Jährige ihre Koffer und zog in die Schweiz – ohne Familie und auf sich allein gestellt. Finanziell hielt sie sich mit Gastro-Jobs über Wasser. Doch sie habe von einem festen Job geträumt, einem echten Zuhause. Sie wollte eine Familie gründen und wünschte sich einen Menschen an ihrer Seite, der ihr Sicherheit geben würde, damit endlich Ruhe in ihr Leben einkehre.

Täter weiterhin flüchtig

Fünf weitere Menschen – vier Schweizer und eine Deutsche – wurden beim „Aarau Rave“ teilweise schwer verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Ob ein einzelner Täter oder mehrere Personen schossen, ist noch immer unklar. Sie feuerten u. a. offenbar mit einem Sturmgewehr. Der oder die Täter sind weiterhin flüchtig. Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot und wird dabei auch von Behörden aus dem In- und Ausland unterstützt. Das Motiv ist bislang völlig unklar. Die Ermittler prüfen auch, ob der Angriff ein Terroranschlag, ein Amoklauf oder eine Tat aus dem kriminellen Milieu war.