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So schnell war noch kein US-Raumschiff an der Internationalen Raumstation: Nur sieben Stunden und 55 Minuten brauchte die SpaceX-Kapsel „Dragon“ mit der neuen Crew-13 vom Start in Florida bis zum Andocken an die ISS – am frühen Freitagmorgen um 1.05 Uhr deutscher Zeit. Möglich machte das Rekordtempo die besonders günstige Position der Raumstation.

Doch mit der Ankunft der vier neuen Raumfahrer wird es rund 400 Kilometer über der Erde erst einmal richtig voll: Sie treffen auf sieben bereits an Bord lebende Besatzungsmitglieder. Damit leben und arbeiten jetzt elf Menschen gleichzeitig auf der ISS. Ein Rekord ist das Gedränge allerdings nicht. Schon dreimal waren 13 Menschen gleichzeitig auf der Raumstation, erstmals im Juli 2009.

Platz bietet die ISS eigentlich auch reichlich. Laut NASA ist der Wohn- und Arbeitsbereich größer als ein Haus mit sechs Schlafzimmern. Doch ausgerechnet beim Schlafen und beim Gang zur Toilette dürfte es wieder mal kuschelig werden: An Bord gibt es nur sechs reguläre Schlafkabinen und zwei Toiletten. Für solche verhältnismäßig kurzen Übergaben richtet die Crew deshalb zusätzliche Notschlafplätze ein.

Eine typische Toilette für Astronauten

So schläft man an Bord der ISS

Lange dauert die Weltraum-WG in dieser Größe ohnehin nicht. Die bisherige Crew-12 soll voraussichtlich am 5. Oktober abdocken und zur Erde zurückkehren. Ob der Termin gehalten werden kann, hängt unter anderem vom Wetter an den möglichen Landeplätzen vor Kalifornien ab.

Die vier Neuen bleiben dagegen rund sechs Monate. Und haben ein straffes Forschungsprogramm vor sich. Unter anderem untersuchen NASA und ESA, wie Schwerelosigkeit den Blutfluss und das Risiko von Blutgerinnseln verändert. NASA-Forscher Jason Lytle erklärt: „In der Schwerelosigkeit kann der normale Blutfluss in den Venen der Astronauten gestört werden.“ Ein verlangsamter oder unregelmäßiger Blutfluss könne das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen.

Außerdem stehen unter anderem Parkinson-Forschung mit menschlichen Zellmodellen und Untersuchungen mit gezüchtetem Herzgewebe auf dem Programm. Ein Experiment blickt sogar schon Richtung Mond: Die Astronauten sollen in Simulationen manuelle Landungen trainieren. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich längere Schwerelosigkeit auf Orientierung, Reaktion und Entscheidungsfähigkeit auswirkt.

Nach wenigen Tagen wird es auf der ISS dann auch wieder leerer. Bis dahin heißt es dort oben aber erst einmal: zusammenrücken.