Berlin – Ein Attentäter, der dem IS angehören soll, schlägt in Berlin zu: Er tötet eine Frau, verletzt weitere 25. Dabei hatten die Sicherheitsbehörden Abdul Ballout (21) auf dem Schirm. Er soll bereits früher einen Anschlag geplant haben, saß im Gefängnis. Die Sicherheitsbehörden listen ihn als Gefährder. Eigentlich höchste Alarmstufe! Und trotzdem konnte er das Attentat verüben. Wie viele Menschen gibt es in Deutschland noch, denen die Sicherheitsbehörden ähnliche Taten zutrauen?
- Rund 450 islamistische Gefährder zählt der Verfassungsschutz bundesweit (Stand: September 2025) laut deutschem Bundestag. Ihnen traut der Nachrichtendienst schwere politisch motivierte Straftaten bis hin zu Terroranschlägen zu.
- 9110 gewaltorientierte Islamisten gibt es nach Schätzung des Verfassungsschutzes in ganz Deutschland. Sie sind entweder gewalttätig oder gewaltbereit oder befürworten Gewalt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 28.645 Islamisten erfasst.
Der Verfassungsschutz hat besonders die Gefährder im Visier. Die Behörde sammelt Informationen aus dem Internet und sozialen Netzwerken und analysiert die islamistischen Netzwerke. Die Verfassungsschützer können Gefährder observieren, auch Telefon und SMS überwachen. Finden sie konkrete Hinweise, leiten sie das an die Sicherheitsbehörden (z.B. Landeskriminalämter) weiter.
Auch Ballout sei teilweise observiert worden, außerdem sei sein Telefon überwacht worden, berichteten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Die Sicherheitsbehörden schätzten ihn demnach als radikalisiert und gewaltbereit ein. Er habe die Auflage erhalten, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen.
Wie groß das Problem ist, zeigen die Islamismus-Zahlen aus Berlin. Der Verfassungsschutz zählt dort knapp 2600 Islamisten. Mehr als 900 von ihnen gelten als gewaltorientiert. Zu den größten Gruppen gehören gewaltorientierte Salafisten (350 Personen) sowie Anhänger von Hamas und Hisbollah (500 Personen). Gesicherte Zahlen zu IS-Mitgliedern gibt es nicht.