Teheran – Dieses pietätlose Propaganda-Plakat ist der neueste persönliche Angriff der Mullahs auf US-Präsident Donald Trump (80)! Riesengroß hängt es im Herzen Teherans und sendet eine klare Botschaft: Das Land trauert nicht, sondern droht. Zu sehen ist Trump tot in einem Sarg – ein offener Aufruf zur Vergeltung. Damit auch der letzte Zweifel an der Botschaft beseitigt ist, steht darunter auf Persisch und Englisch: „Wir werden Trump töten.“ Fotos des Plakats veröffentlichte jetzt die Nachrichtenagentur AP.
Hintergrund des Drohplakats sind die Rufe nach Rache, die sich seit der Beisetzung Chameneis im nordostiranischen Maschhad am vergangenen Freitag noch einmal verstärkt haben. Chamenei war zu Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar in seinem Teheraner Amtssitz getötet worden.
Täglich Angriffe der USA auf den Iran
Seither schlachtet das Regime den Tod seines jahrzehntelangen Anführers aus. Es stilisiert ihn zum Märtyrer – und lässt nun auch seinen Rachegelüsten freien Lauf. Doch was bedeutet ein offener Aufruf, Trump zu töten, für die laufenden Verhandlungen mit den USA? Zwar griffen sich beide Kriegsparteien in den vergangenen Tagen wieder öfter mit Raketen und Drohnen an. Doch erst gestern ließ die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt (28), mitteilen, dass der Iran „nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika“ stehe. Heißt: Vorne wird geschossen, und hinter den Kulissen wird trotzdem noch der Weg der Verhandlungen ausgelotet.
Für US-Präsident Trump wird der Konflikt dennoch zunehmend zur strategischen Falle. Er kann es sich kaum gefallen lassen, vom iranischen Regime mit dem Tod bedroht zu werden. Zugleich will er den in der Heimat unpopulären Krieg unbedingt vor den wichtigen Midterm-Wahlen im Herbst beendet sehen. Die Mullahs wissen das – und reizen ihren Verhandlungsspielraum bis zum Äußersten aus. Dabei steht auch für sie einiges auf dem Spiel. Im Krieg zeigten die USA und Israel bereits: Ihre Geheimdienste können große Teile der iranischen Führung ausschalten. Flammt der Krieg wieder auf, droht den Mullahs dasselbe Szenario erneut.