TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Moringen (Niedersachsen) – Eine gute Nachricht für Hunderte Mitarbeiter einer insolventen Firmengruppe aus der Baubranche! Nur wenige Wochen nach dem Insolvenzantrag gibt es für den größten Geschäftsbereich des Unternehmens eine Lösung.

Die Tempton Group aus Essen übernimmt zum 1. Oktober die Sparte Fachpersonal der König-Gruppe. Bis auf fünf sollen alle der derzeit rund 800 Beschäftigten übernommen werden – ihre Jobs sind gerettet. Auch die mehr als 15 deutschen Standorte sollen erhalten bleiben.

Das sagt der Sanierungsexperte

Sanierungs-Geschäftsführer Christian Stoffler (Gerloff Liebler Rechtsanwälte) zu BILD: „Die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs war zwar herausfordernd, ist aber gemeinsam mit dem König-Team sehr gut gelungen. Dass wir jetzt nur sechs Wochen nach Verfahrensbeginn eine neue Perspektive für fast alle Mitarbeiter finden konnten, freut uns sehr.“

Wer von der Insolvenz betroffen ist

Mitte August hatte die König-Fachpersonal GmbH & Co. KG Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt im Amt und wird von Experten begleitet. Die Insolvenzanträge beziehen sich auf die Holding König SE & Co. KG sowie auf die beiden Gesellschaften König-Fachpersonal GmbH & Co. KG und König-Profilsysteme GmbH & Co. KG.

Das Unternehmen stellt an mehr als 15 Standorten in Deutschland und weiteren in Österreich Fachkräfte für Industrie, Handwerk und Logistik bereit. Am Stammsitz in Moringen (Niedersachsen) produziert der Betrieb Metallprofile und Zubehör für den Innenausbau, speziell für Wände und Decken.

Wie es zur Pleite der Firmengruppe kam

Die Firmengruppe geriet in Schieflage, weil die Auslastung zu gering war. Außerdem hatte das Unternehmen mit stärkerem Preis- und Margendruck zu kämpfen. Der Investor, die Tempton Group, gehört eigenen Angaben nach zu den fünf größten Personaldienstleistern Deutschlands. Die inhabergeführte Gruppe beschäftigt mehr als 13.000 Menschen und verfügt über mehr als 250 Niederlassungen.

So viele Mitarbeiter bangen noch um ihre Jobs

Doch noch ist nicht die gesamte König-Gruppe gerettet. Für die zweite operative Sparte, König-Profilsysteme mit 130 Mitarbeitern, laufen die Gespräche über eine Lösung. Eine Entscheidung über die Zukunft soll noch im Oktober fallen. Offen ist zudem die Zukunft der drei Standorte in Österreich. Dort arbeiten rund 360 Menschen. Für sie sucht das Unternehmen noch eine eigene Lösung.

Deutschlands Baubranche steckt tief in der Krise. Laut den aktuellsten Zahlen stiegen die Firmenschließungen in der Baubranche im vergangenen Jahr um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr an: 24.000 Unternehmen im Baugewerbe machten dicht.