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Berlin – Häuser-Boom auf Sylt! Aktuell stehen auf der beliebten Ferieninsel mehr als 300 Immobilien zum Verkauf – ein Anstieg von unglaublichen 514 Prozent seit Ende 2022. Das zeigt eine Auswertung von ImmoScout24, die BILD exklusiv vorliegt. Zufall ist das nicht, sondern die Folge eines neuen „Beherbergungskonzepts“, das die Gemeinde Sylt 2022 beschlossen hat. Es legt fest, dass Dauerwohnungen auf der Insel künftig Vorrang haben sollen. Heißt: Statt an Touristen zu vermieten (wie es viele Insulaner tun), soll mehr Wohnraum für Einheimische geschaffen werden.

Mit dem Wohnraum-Angebot liegt Sylt laut der Analyse weit vor dem Rest der Republik: Bundesweit beträgt der Zuwachs bei Bestandshäusern demnach aktuell 110 Prozent. Selbst in Luxuslagen wie Starnberg (+ 185 Prozent) oder Rottach-Egern (+ 174 Prozent, beides in Bayern) fällt der Anstieg deutlich geringer aus als auf der Insel. Dort werden aktuell 13-mal mehr Häuser inseriert als in einer durchschnittlichen deutschen Gemeinde.

Der Hintergrund: Sylt steckt mitten in einem Häuser-Kampf. Von rund 11.000 Ferienwohnungen auf der Insel gelten etliche als illegal: Es könne, je nach Gemeinde, „von einer ungenehmigten Nutzung im Umfang von 80 bis 85 Prozent ausgegangen werden“, sagt eine Sprecherin des Kreises Nordfriesland auf BILD-Anfrage.

Sylt droht der Luxus-Leerstand

Der zuständige Kreisbaudirektor Burkhard Jansen (Kreis Nordfriesland) hat bereits Dutzende Ferien-Apartments auf der Insel geschlossen. Sein Ziel: illegal gewerblich genutzten Wohnraum für Einheimische zurückzugewinnen. Künftig soll z. B. im Norden Westerlands nur noch eine Ferienwohnung pro Gebäude erlaubt sein. Doch Kritiker sagen: Das löst die Wohnungsnot auf Sylt nicht wirklich. Viele Sylter könnten sich das Leben auf der Insel längst nicht mehr leisten.

Denn die Preise bleiben trotzdem auf Rekordniveau. Aktuell werden durchschnittlich 12.329 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, zeigt die Analyse. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, sagt mit Blick auf das große Angebot zu BILD: „Schnäppchen gibt es auf Sylt dennoch nicht.“ Heißt: Sylt droht jetzt der Luxus-Leerstand.