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Washington – US-Präsident Donald Trump (80) verpulvert im Irankrieg begehrte Abwehrraketen – mit dramatischen Folgen für andere Krisenzonen. Besonders für die Ukraine! Im Mittelpunkt des Rüstungsdramas stehen „Patriot“-Raketen. Gemeinsam mit Abschussbatterien und Hightech-Radar gelten die Systeme als Goldstandard der Luftabwehr.

Doch die Vorräte sollen inzwischen ein kritisches Niveau erreicht haben: Rund 65 Prozent des US-Arsenals wurden demnach im Irankrieg verschossen – zum Schutz von US-Stützpunkten und zur Verteidigung Israels. Nur noch 759 bis 827 Raketen sollen übrig sein, berichtete zuletzt das Center for Strategic and International Studies.

Ukraine stark von Patriot-Mangel betroffen

Besonders hart trifft die Krise die Ukraine. Dort gehen die Patriot-Raketen ebenfalls zur Neige. Ein alarmierendes Indiz: Anfang Juli konnte offenbar keine einzige von 23 anfliegenden russischen Raketen abgefangen werden. „Die Ukraine hat gerade den dringendsten Bedarf“, sagt der US-Politologe Jonathan Cristol zu BILD: „Russland verfügt über ein großes Raketenarsenal und greift weiter ukrainische Städte an!“

Für Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ist die Beschaffung neuer Patriot-Bestände längst Chefsache. Doch bei Trump beißt er mit Forderungen nach weiteren Lieferungen derzeit auf Granit. Auch Trumps jüngste Idee, Kiew könnte die Flugkörper unter US-Lizenz selbst herstellen, wurde wieder einkassiert. Die Rüstungskonzerne Lockheed Martin und RTX waren offenbar nicht einmal konsultiert worden.

Nur fünf Patriots aus Deutschland an die Ukraine

Dahinter könnte aber auch politisches Kalkül stecken: Trump will womöglich die volle Kontrolle über Lieferungen wichtiger US-Waffen behalten – und damit ein diplomatisches Druckmittel gegenüber Kiew. So könnte er die zuletzt erstarkte Ukraine bei künftigen Verhandlungen mit Moskau zu Zugeständnissen drängen. Und nach US-Vorstellungen sollten „ukrainische Patriots“ – falls der Deal jemals zustande kommt – eher in Deutschland produziert werden. Fabriken in der Ukraine könnten leicht zum Ziel russischer Angriffe werden.

Der frühere US-Botschafter in Russland, Michael McFaul (62), verweist zudem auf das Zeitproblem: „Die Ukraine benötigt die Raketen jetzt und kann schwer auf künftige Produktionen warten“, schrieb er auf X. Auch Europa kann kaum einspringen. Im März lieferte Deutschland lediglich fünf Raketen für ein von Berlin organisiertes europäisches Notpaket von 35 Abfangraketen. Die geringen Stückzahlen deuten darauf hin, dass auch die europäischen Bestände kritisch sind.

Experte: Amerika wirkt angreifbar

Ex-US-Militärgeheimdienstoffizier Michael Pregent warnt auch: „Das Signal an Iran, Russland oder China ist, dass wir keine langfristigen Militäroperationen durchhalten!“ Besonders scharf kritisiert Pregent die Produktionsengpässe. In einer kapitalistischen Gesellschaft müssten Angebot und Nachfrage dafür sorgen, „dass diese Systeme rasch ersetzt und die Bestände wieder aufgefüllt werden“, sagte er zu BILD.

Ein möglicher Grund für die Fehlplanung: Trump hatte zunächst mit einem vier- bis sechswöchigen Krieg gerechnet. Am Montag war bereits Tag 157 des Konflikts erreicht. Militäranalyst Jonathan Schroden, der auch eine eigene Produktion für die Ukraine unterstützt, zu BILD: „Der Verbrauch wichtiger Abfangraketen ist derzeit so hoch, dass er kurzfristig kaum durchzuhalten sein dürfte – eine weitere Eskalation im Iran-Krieg muss sorgfältig abgewogen werden!“