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Berlin/ München – Bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) bahnt sich eine Allianz an. Erst hatte CSU-Chef Markus Söder (59) seine Parteikollegin Ilse Aigner (61) als Kandidatin ins Spiel gebracht. Nun erhält Aigner Unterstützung von Sozialdemokraten. Mehrere SPD-Politiker sprechen sich offen für die CSU-Politikerin als künftige Bundespräsidentin aus.

Der bayerische SPD-Chef Sebastian Roloff (48) lobt im „Tagesspiegel“ Aigner als „verbindlich und verbindend“. Als Präsidentin des Bayerischen Landtags habe sie sich über Parteigrenzen hinweg großen Respekt erarbeitet. Noch deutlicher wird Markus Rinderspacher (57), Vizepräsident des Bayerischen Landtags: Er traue ihr zu, Deutschland „mit Würde, Besonnenheit und einem klaren Kompass“ zu vertreten. Noch weiter geht Fürths SPD-Oberbürgermeister Thomas Jung (63): „Es gibt meines Erachtens keine bessere Kandidatin und keinen besseren Kandidaten.“ Die Unterstützung für die CSU-Politikerin reicht inzwischen bis in die Spitze der Bundes-SPD. Parteichef und Vizekanzler Lars Klingbeil (48) bezeichnete Aigner bereits im Frühjahr als „Brückenbauerin“.

Widerstand gegen die Kandidatur Aigners kommt aus der Opposition. AfD-Chefin Alice Weidel (47) sagt zu BILD, dass es andere Kandidaten brauche als einen „versorgungsbedürftigen Parteipolitiker“ wie Aigner, die das höchste Staatsamt missbrauchen würde.

Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags. Zuvor war sie Bundesagrarministerin und später Bayerns Wirtschaftsministerin. Seit Monaten wird über eine Kandidatur für das höchste Staatsamt spekuliert. Kanzler Friedrich Merz (70) bezeichnete sie zuletzt als „respektable, denkbare Bundespräsidentin“. Sein Favorit ist aber nach BILD-Informationen ein anderer: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54) – er wolle im Fall einer Staatskrise einen Juristen an der Staatsspitze.

Aigner wäre die erste Frau im Amt des Bundespräsidenten. Entscheiden wird sich das bei der Wahl Ende Januar 2027. Steinmeiers zweite und letzte Amtszeit endet im März. Eine dritte Amtszeit erlaubt das Grundgesetz nicht.