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Berlin/München – Der Tod von Hubert Aiwanger mit nur 55 Jahren erschüttert Bayern und weit darüber hinaus die deutsche Politik. Am Mittwoch wurde der Wirtschaftsminister, stellvertretende Ministerpräsident und Chef der Freien Wähler leblos in einem Berliner Hotel gefunden. Am Nachmittag hatte er noch bei der Eröffnung des neuen Hauptstadtbüros seiner Partei sprechen sollen, sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet.

Weggefährten, Konkurrenten und Politiker fast aller Lager erinnern an einen Mann, an dem sich viele rieben und der die bayerische Politik über Jahre geprägt hat.

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (59) reagierte tief erschüttert. „Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie.“

Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (61, CSU) trauert um ihren langjährigen politischen Weggefährten: „Der plötzliche Tod des stellv. Ministerpräsidenten und Staatsministers Hubert Aiwanger ist ein schwerer Verlust für den Bayerischen Landtag, für die Politik in Bayern. Unsere Gedanken gelten seiner trauernden Familie. Ihnen gilt unser herzliches Beileid.“

Der Bayerische Landtag verabschiedete sich ebenfalls von Hubert Aiwanger: „Der Bayerische Landtag trauert um den bayerischen Staatsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger.“

Auch AfD-Chefin Alice Weidel (47) sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. „Eine sehr traurige Nachricht: Der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns und Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, verstarb heute in Berlin. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden Aiwangers.“

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg (60), Cem Özdemir, erinnerte auch an Aiwangers ganz eigene politische Art: „Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger bestürzt mich sehr. Er war ein streitbarer Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Mein aufrichtiges Beileid!“

CDU-Politikerin Karin Prien (61) fand nur wenige Worte: „R.I.P. Hubert Aiwanger. Zu früh. In Gedanken bei der Familie.“

„Ein streitbares Ross“

Sehr persönlich fiel der Abschied des AfD-Bundestagsabgeordneten Malte Kaufmann (49) aus. Er kannte Hubert Aiwanger nicht nur von politischen Veranstaltungen, beide saßen auch im Beirat der Bundesnetzagentur. Kaufmann schrieb: „Hubert #Aiwanger war ein streitbares Ross. Ich habe ihn als Redner auf dem Mathaisemarkt in Schriesheim in meinem Wahlkreis erlebt. Die Halle tobte. Ich dachte: Da spricht ein AfD-ler! Später waren wir Kollegen im Beirat der Bundesnetzagentur. Ich wünsche, wir hätten einfach mehr Zeit zu gemeinsamen Gesprächen gehabt. Der plötzliche Tod ist ein großer Schock. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen. Das Leben ist kurz. Lasst uns an an die wesentlichen Dinge erinnern!“

Auch Martin Hagen (45), früherer bayerischer FDP-Landesvorsitzender, reagierte mit Bestürzung: „Was für eine Tragödie. Hubert Aiwanger wird der bayerischen Politik fehlen. Seine Angehörigen haben mein tiefes Mitgefühl.“

FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki (74) würdigte vor allem Aiwangers politische Art: „Mit großer Bestürzung habe ich von der Nachricht vom Tod Hubert Aiwangers erfahren. Mit seiner unkonventionellen und volksnahen Art hat er die politische Landschaft in Bayern geprägt und aufgemischt. Er war ein streitbarer Politiker, dessen Stimme und Persönlichkeit in der deutschen Politik fehlen werden. In diesen schweren Stunden gilt mein aufrichtiges Mitgefühl seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.“

„Bayern verliert einen prägenden Politiker“

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Sepp Müller (37) schrieb: „Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden. Mein Beileid! Ruhe er in Friede.“

Und auch Charlotte Knobloch (94), Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, würdigte Aiwangers Bedeutung für den Freistaat: „Ich bin schockiert und fassungslos über die Nachricht vom Tod von Hubert Aiwanger. So unterschiedlich die Perspektiven im Leben auch sind: Man wünscht einander immer Gesundheit. Mit ihm verliert Bayern ein bedeutendes Mitglied der Staatsregierung und einen prägenden Politiker.“

Hubert Aiwanger hinterlässt seine Lebensgefährtin und zwei gemeinsame Kinder. Seit 2018 gehörte er als Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident der bayerischen Staatsregierung an. Für die Freien Wähler war er weit mehr als ihr Vorsitzender: Er war über viele Jahre ihr bekanntestes Gesicht, ihr lautester Wahlkämpfer und der Mann, der die Partei in Bayern bis in die Staatsregierung geführt hatte.