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Emden (Niedersachsen) – Der angeschlagene VW-Konzern will mit einem knallharten Sparkurs retten, was zu retten ist. Vier Werke (Emden, Hannover, Zwickau und der Audi-Standort Neckarsulm) stehen vor dem Aus. Für Zwickau und Emden gibt es laut BILD-Infos aber Hoffnung. Diese Botschaft brachte Volkswagen-Chef Oliver Blume (58) am Mittwoch persönlich ins nordwestdeutsche Werk. Dabei wurde Blume auch persönlich.

„Ihr habt Kosten gesenkt, Abläufe verbessert und den vereinbarten Personalumbau planmäßig vorangebracht. Kurz gesagt: Ihr habt gezeigt, dass Veränderung möglich ist. Dafür danke ich euch“, so der Vorstandschef in Richtung Belegschaft. Weiter: „Niemand im Vorstand stellt euren Einsatz infrage. Im Gegenteil: Wir sehen sehr genau, was ihr hier leistet.“

Blume verspricht „neue industrielle Lösungen“

Wie kann es konkret weitergehen? „Sollte sich trotz aller Anstrengungen am Ende zeigen, eine Nachbelegung ist nicht möglich, dann endet unsere Verantwortung nicht. Wir kämpfen um industrielle Perspektiven und um Beschäftigung für unsere Standorte. Mit Partnern. Mit Investoren. Mit neuen industriellen Lösungen“, so Blume. Nach BILD-Informationen könnte das Werk auf Rüstungsproduktion umgestellt werden. Geplant sei demnach die Fertigung von militärischer Ausrüstung wie Drohnen oder schweren Militär-Lastwagen.

Klar ist: Für Blume wären Werksschließungen der schlechteste Weg von allem – und sie sind auch noch nicht beschlossen: „Sie sind immer die letzte und teuerste Lösung.“ Nach Emden reiste er weiter ins ebenso bedrohte VW-Werk Zwickau.

So teuer produziert VW in Deutschland

Hauptgrund für die Krise: Autos produzieren in Deutschland ist zu teuer. Blume warnt: „Die Arbeitskosten liegen heute bei mehr als dem Doppelten vergleichbarer europäischer Standorte. Und auch bei den Fabrikkosten liegen andere Werke noch deutlich günstiger.“ Kriege, Zölle und die chinesische Billig-Konkurrenz haben Volkswagen in die Krise gedrückt. Blume: „Die Welt, auf deren Grundlage wir viele Entscheidungen der vergangenen Jahre getroffen haben, gibt es so nicht mehr.“

Direkt an der Ems vor der Nordseeküste steht das Volkswagen-Werk, das 1964 für den Exportschlager Käfer gebaut wurde, um die Autos schnell nach Nordamerika verschiffen zu können. Doch die Zeiten sind längst vorbei, jetzt geht es darum, dass die 5000 Beschäftigten im Strudel der Krise nicht untergehen.