Mit dem Sommerbeginn schickt das Wetter das Thermometer auf immer schweißtreibendere Höhen. Tag für Tag wird es heißer, kein Ende in Sicht. Die 40-Grad-Marke könnte sogar heute schon geknackt werden.
Die Hitze grillt vor allem den Südwesten. Am Oberrhein, im Saarland, im Rhein-Main-Gebiet und in Unterfranken werden Montag die höchsten Werte Deutschlands erwartet.
Der bisherige Rekord
In diesen Regionen entscheidet sich, ob der erste große Wüstenhitze-Hammer des Jahres zuschlägt und ob der deutsche Juni-Rekord von 39,6 Grad (30. Juni 2019 in Bernburg/Sachsen-Anhalt) verdampft wird. „Der Montag ist der erste ernsthafte Kandidat für die 40-Grad-Marke und das Wackeln des Juni-Rekords. Entschieden wird das am Oberrhein und im Südwesten“, so Wetterexperte Dominik Jung zu BILD. Vor allem lokal sind Hitzespitzen möglich, die sich wie Kernschmelzen anfühlen. Kitzingen lieferte am 19.6. mit 38,5 Grad den bisherigen Juni-Spitzenwert 2026.
Wo die Hitze herkommt
Wetterexperte Dr. Karsten Brandt zu BILD: „Unser Nachbar Frankreich glüht sogar bei Temperaturen von bis zu 44 Grad. Dort hängt ein stabiler Hitzedom über dem Land, der bis nach Deutschland herüberstrahlt.“ Auch die Nächte werden im Rhein-Main-Gebiet tropisch. Die Temperaturen fallen nicht unter 20 Grad. Das Wetter wird immer extremer. „Die Politik muss dringend Schutzmaßnahmen für ältere und kranke Menschen ergreifen. Das wird ein großes Thema“, mahnt Brandt.
Laut Jung soll es in dieser Woche so heiß bleiben. Wettermodelle zeigen auch für das kommende Wochenende schon Temperaturen von bis zu 40 Grad in Deutschland.
Unwetter an Hitze-Kälte-Linie
Gegen diese Gluthitze sind Deutschlands Küsten deutlich abgekühlt. Jung zu BILD: „Dort kühlt eine Störung den Norden auf teils nur gut 20 Grad ab, ein Temperaturgefälle von fast 20 Grad auf engem Raum.“ Wo die Trennlinie verläuft, kann es Unwetter geben: „Ab Nachmittag und abends drohen von NRW über Hessen, Thüringen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland bis Baden-Württemberg und Bayern teils kräftige Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und stürmischen Böen. Vor allem im Bergland und an der Vorderkante der Hitze“, prognostiziert Meteorologe Jung.
Außer den Unwettern bleibt es trocken. Echter Niederschlag ist nicht in Sicht. Und das soll so bleiben. Jung sagt zu BILD: „Vom Wochenstart bis in den Juli hinein ist abseits der Gewitter kaum nennenswerter Niederschlag zu erwarten. Die Hitze bekommt damit eine Dürre-Komponente.“