Deutschland schwitzt angesichts der heftigsten Hitzewelle des Jahres – doch das dicke Ende kommt noch. Die Glut breitet sich weiter aus, Tag für Tag steigen die Temperaturen. Bis zum Wochenende wird es immer extremer, sogar die 40-Grad-Marke rückt in greifbare Nähe.
Es handelt sich um die längste Hitzewelle der Geschichte im Juni. Diplom-Meteorologe Dominik Jung warnt gegenüber BILD: „Wer im Südwesten bisher noch keine Klimaanlage hat, sollte sich noch rasch nach einer umschauen.“ Besonders betroffen sind der Westen und Südwesten. Dort ist laut dem Wetterexperten vorerst kein Ende der Hitze in Sicht. Auch im übrigen Bundesgebiet werden bis in den Juli hinein immer wieder sehr hohe Temperaturen erwartet.
Deutschland glüht immer heftiger
Schon am Mittwoch steigen die Werte vom Rheinland über das Saarland bis nach Baden-Württemberg auf 34 bis 39 Grad. In Hessen und Rheinland-Pfalz sind ebenfalls Temperaturen in den hohen 30ern möglich. Am Donnerstag verschärft sich die Lage weiter. In Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Teilen Nordrhein-Westfalens werden verbreitet mehr als 35 Grad erwartet. Lokal könnte erstmals die 40-Grad-Marke geknackt werden.
Der Höhepunkt der Hitzewelle in diesem Sommer folgt am Freitag. Entlang des Rheins zwischen Köln, Bonn, Koblenz, Mainz und Mannheim sowie in Teilen des Saarlands und Baden-Württembergs sind laut Jung bis zu 40 Grad möglich. „Noch nie wurden in Deutschland im Juni Temperaturen von 40 Grad gemessen“, sagt Jung. Der Diplom-Meteorologe schließt weitere Rekorde in diesem Monat nicht aus.
Warum es jetzt noch heißer wird
Zusätzlich drohen tropische Nächte. Vor allem im Rheinland, Ruhrgebiet, Rhein-Main-Gebiet und entlang des Oberrheins sinken die Temperaturen nachts teils nicht unter 20 bis 24 Grad. Wohnungen und Gebäude können kaum noch auskühlen. Klimatologe Dr. Karsten Brandt erklärt gegenüber BILD die Ursache: „Der Hitzedom kommt von Frankreich zu uns rüber. Die Franzosen haben die letzten Tage bereits 41 bis 43 Grad gehabt.“
Kräftige Gewitter am Wochenende
Am Samstag bleibt es vielerorts sonnig und trocken. Im Osten und Südosten werden 33 bis 39 Grad erwartet. Im Westen und Nordwesten können sich dagegen am Nachmittag und Abend einzelne kräftige Gewitter entwickeln. An Rhein, Ruhr und in anderen heißen Regionen im Südwesten sind weiterhin Temperaturen deutlich über 35 Grad möglich. Hinzu kommt hohe Luftfeuchtigkeit. „Es wird sehr schwül, die Luftfeuchtigkeit wird um die 60 Prozent liegen. Das ist die feuchte Luft, die aus dem Mittelmeerraum kommt“, so Jung.
Am Sonntag steigt die Schwüle nochmals an. Vor allem im Westen und Nordwesten drohen teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Im Süden und Osten bleibt es zunächst sonnig und heiß. In Bayern, Sachsen und Thüringen sind erneut 35 bis 40 Grad möglich. Damit steht Deutschland eine Restwoche mit hochsommerlichem Wetter bevor. Und während vielerorts die Sonne brennt, wächst besonders zum Sonntag das Risiko für lokale Unwetter.