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Deutschland schwitzt seit Tagen, und Hoch „Gorgias“ schiebt weiter schwül-warme Luft übers Land. Jetzt wird die Hitzewelle von teils schweren Gewittern unterbrochen – nur, um dann mit Macht zurückzukommen. BILD verrät, wo es am Freitag so richtig knallt.

Starkregen, Hagel, Sturmböen

Wetter-Experte Dr. Karsten Brandt zu BILD: „Der erste Starkregen im Norden, zum Beispiel in Hamburg, ist schon durch. Im Tagesverlauf ziehen die Gewitter Richtung Süden.“ Der große Hitze-Knall kann unwetterartig vom Himmel prasseln. Brandt: „Das wird das komplette Versicherungsprogramm.“

Diplom-Meteorologe Dominik Jung konkretisiert für BILD: „Ab dem Nachmittag, grob ab 16 Uhr, zünden von Westen her die ersten kräftigen Zellen, in etwa im Streifen Aachen–Bremen. Bis in die späten Abendstunden ist dort so ziemlich die gesamte Palette möglich: Starkregen mit Überflutungsgefahr, große Hagelkörner, schwere bis orkanartige Böen und ein veritables Blitz-Feuerwerk. Parallel auch in den westlichen und südwestlichen Mittelgebirgen, im Schwarzwald und im Allgäu. Spät ziehen die Reste als Starkregen Richtung Hannover und Lüneburger Heide ab.“

Meteorologe: Tornados möglich

Der Deutsche Wetterdienst sieht schwere Sturmböen bis 100 km/h und Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter. Es gibt sogar eine geringe Wahrscheinlichkeit von Tornados. Jung: „Die Zutaten passen ungewöhnlich gut. Energiereiche, schwüle Luft trifft auf kräftige Windscherung in der Höhe – das ist das Rezept für organisierte, langlebige Superzellen. Und mit Superzellen lässt sich ein kurzlebiger, lokaler Tornado nie ganz ausschließen, Schwerpunkt Westen/Nordwesten.“

Nach Tropennächten (Temperaturen nicht unter 20 Grad) und Wüstentagen (Höchsttemperatur über 35 Grad) sind die Unwetter aber keine wirkliche Abkühlung. Dr. Brandt: „Besonders in den Innenstädten bleibt es sehr heiß, das sind echte Deo-Test-Tage. Aber bei aller Sommerfreude kann das schnell gefährlich werden.“ Wer vorbelastet ist, sollte in der größten Tageshitze zu Hause bleiben, viel trinken und Anstrengung vermeiden. Brandt: „Diese Hitze ist wie ein stilles Unwetter, das viele Opfer fordern kann.“

So wird das Wetter zum Wochenende

Auch fürs Wochenende bleibt es heiß und lokal gewittrig. Zum Deutschlandspiel am Samstag ist laut Brandt in Nordrhein-Westfalen die Schauergefahr am größten. Dominik Jung: „Der Schwerpunkt verlagert sich in die Mitte und den Süden – dort lokal erneut bis in den Unwetterbereich. Die geringste Gewitterneigung liegt dann im Südwesten und später im Nordwesten.“ Zum Start der neuen Woche wird es zumindest im Norden etwas kühler. Ein Tiefausläufer verspricht Temperaturen von 22 bis 26 Grad – immer noch sehr sommerliches Wetter!