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Moskau – In großen Schritten wenden sich die USA von der Ukraine ab – und Russland zu! Jüngstes Beispiel: Kurz vor ihrem Inkrafttreten legt Donald Trump (80) neue, weitreichende Sanktionen gegen Russland auf Eis. Ein Schritt mit mächtiger Symbolwirkung, über den der Kreml jubelt: Dort spricht man sogar von einem „wichtigen und wahrhaft historischen Moment“. Per Dekret setzte der US-Präsident den nach seinem verstorbenen Parteifreund Lindsey Graham (†71) benannten Graham-Act aus. Begründung: Das Gesetz liege „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht im nationalen Interesse. Die Entscheidung ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Erstens ziehen sich die USA damit von einem Paket zurück, das Russlands Geschäftsmodell in seinen Grundfesten erschüttert hätte. Neben Sanktionen gegen das engste Umfeld von Kreml-Herrscher Wladimir Putin (74) wollten die Amerikaner auch Drittstaaten bestrafen, die mit den Russen Handel treiben. Zweitens gilt das Vorhaben als politisches Erbe Grahams – der zeitlebens ein wichtiger Unterstützer der Ukraine war.

Im Kreml knallen die Sektkorken

In Moskau wird Trumps Kehrtwende deshalb gefeiert. Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew (51) erklärte, die geplanten Sanktionen hätten der Weltwirtschaft „schweren Schaden zugefügt“. Wirtschaftliche Zusammenarbeit schaffe dagegen Vertrauen und könne Grundlage für einen „dauerhaften Frieden“ in der Ukraine sein. Der gebürtige Ukrainer Dmitrijew ist kein Unbekannter. Er verhandelt mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45) für Putin über ein Ende des Ukraine-Krieges – bislang ohne jeden Durchbruch.

Russen bomben weiter

Währenddessen gehen die russischen Angriffe auf die Ukraine unerbittlich weiter. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) wurden in der Nacht zu Samstag mehr als 15 wichtige Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung attackiert. Russland habe dabei 320 Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt. „Es braucht Druck, um dies zu stoppen“, forderte Selenskyj. Sein bitteres Fazit: Die Aussetzung der US-Sanktionen sei ein Anreiz für Putin, „weiter zuzuschlagen“.