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Berlin – Die Bundesregierung will längere Öffnungszeiten für Bäckereien am Sonntag! So haben es die Spitzen von Union und SPD beim Koalitionsgipfel beschlossen. Doch dem Handel reicht das nicht. Verbände fordern: Das Öffnungsverbot am Sonntag muss komplett fallen!

„Wir sollten endlich einen Schritt voran machen und den Sonntag in das Ermessen der Kaufleute und Kunden stellen“, so Nils Busch-Petersen (63), Chef des Handelsverband Berlin-Brandenburg: „Wer in Deutschland sonntags ein Hemd verkauft, macht sich strafbar. Das ist im Online-Zeitalter von vorgestern.“

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) trommelt für eine Lockerung: „Einkaufen ist auch Freizeiterlebnis. Daher setzen wir uns für Sonntagsöffnungen im Einzelhandel ein, um Innenstädte attraktiv und lebendig zu halten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth (63) zu BILD.

Sachsens Handelsverbandschef René Glaser (50): „Nach aktuellem Recht bedarf es stets eines besonderen Anlasses für Sonntagsöffnungen. Die Anforderungen sind teils undurchsichtig. Den Kommunen sind rechtssichere Genehmigungen kaum möglich. Es bedarf dringend einer Gesetzesänderung.“

Besonders wichtig für Textil-Händler

Aber das blockiert oft die Gewerkschaft ver.di. „Die gewerkschaftliche Totalverweigerung bei diesem Thema richtet großen Schaden an. Gerade in der jetzt schwierigen Konsumlage wären diese Sonntage besonders für unsere Textilhändler wichtig“, kritisiert der HDE-Chef.

Ein weiteres Argument des Berliner Handels-Experten: „An den superheißen Tagen strömen die Menschen in Einkaufszentren, um ein bisschen Kühle und Schatten zu haben. Auch das wollen wir ihnen gerne immer bieten“, sagt Busch-Petersen.