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Hamburg – Durch das kleine runde Fenster in der Eingangstür der Erdgeschosswohnung sieht man in ein gepflegtes Wohnzimmer mit Sofagarnitur und feinem Teppich. Die dunkelgraue Haustür ist versiegelt – von der Mordkommission. Davor haben Trauernde Blumen, Kerzen und Briefe niedergelegt. Hinter dieser Tür im Hamburger Stadtteil Barmbek wurde am Donnerstag ein furchtbares Verbrechen begangen. Der 40-jährige Reza H. erwürgte um 8.15 Uhr seine Ehefrau Fahima (34) – während der Sohn (14) und die beiden Töchter (5, 8) in der Schule waren. Drei Kinder haben jetzt keine Mutter mehr.

Ehemann bedrohte die junge Frau schon vorher

Der Tod der jungen Frau ist nach BILD-Informationen das unfassbare Ende einer Beziehung voller Gewalt, Bedrohungen und Auseinandersetzungen. Eine Nachbarin der Familie zu BILD: „Es gab oft lauten Streit. Vor etwa einem Jahr stand der Sohn barfuß bei uns an der Tür. Er erzählte uns, dass sein Vater mit einem Messer vor seiner Mutter steht und droht sie zu töten. Wir haben dann die Polizei gerufen.“ Im März dieses Jahres bedrohte Handwerker Reza H. nach BILD-Informationen dann wieder seine Frau. Fahima H. wehrte sich und erwirkte einen gerichtlichen Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz. Ihr Mann durfte sich ihr und der Wohnung nicht mehr nähern.

Vier Tage vor der tödlichen Tat lief der Beschluss aus

Am 13. September lief dieser Beschluss jedoch aus. Zu diesem Zeitpunkt wohnte Reza H. nach BILD-Informationen bereits wieder bei ihr und den drei Kindern.

Am vergangenen Donnerstag kamen Polizisten sofort zum Tatort und fanden dort die leblose Frau. Bereits alarmierte Retter der Feuerwehr übernahmen die Wiederbelebungsmaßnahmen und brachten die schwerstverletzte Frau in die Klinik, wo sie kurz darauf verstarb. Ihr Mann hatte sich zuvor schon bei der Polizei gestellt. Er wurde festgenommen und sitzt jetzt in Untersuchungshaft, in einer Einzelzelle.

Polizist beim Überbringen von Todesnachricht verletzt

Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes übernahm noch während der Tatortarbeit die psychologische Betreuung von Zeugen und Angehörigen. Als Polizisten den Eltern der Getöteten die traurige Nachricht überbrachten, mussten dann wieder mehrere Streifenwagen anrücken. In seiner Trauer hatte der Vater versucht, sich mit einem Messer etwas anzutun. Ein Beamter, der ihn daran hinderte, wurde dabei an der Hand verletzt und musste auch ins Krankenhaus gebracht werden.

Wie es für die drei Kinder, die ihre Mutter auf so grausame Weise verloren haben, nun weitergeht, ist bisher nicht bekannt.