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Reisbach (Bayern) – Statt minus 20 Grad plötzlich bis zu 50 Grad! Nach Hackerangriffen auf Kühltruhen in Supermärkten in Frankreich, Belgien und Schweden hat es nun auch mindestens eine Edeka-Filiale in Deutschland getroffen. Der Betreiber ist entsetzt: „In was für einer kranken Welt leben wir eigentlich?“, schreibt er auf Facebook.

Hacker übernahmen in der Nacht die Kontrolle über die Kühlanlagen des Supermarktes im niederbayerischen Reisbach (Bayern) – und ließen die Temperatur in den Kühltruhen auf bis zu 50 Grad steigen. Die verheerende Folge: Unmengen an Kühl- und Tiefkühlware verdarben.

Lebensmittel landeten tonnenweise im Müll

Helfer von Foodsharing rückten kurzfristig an und holten alle Lebensmittel ab, die noch verwendet werden konnten. Doch ein Großteil der Ware musste entsorgt werden. Auf einem Bild ist zu sehen, wie Tonnen von Lebensmitteln in einem Container landen. Ein Sprecher zu BILD: „Betroffene Waren wurden umgehend aus dem Verkauf genommen.“ Der Hersteller der Kühlsysteme untersuche derzeit, wie es so weit kommen konnte.

Jetzt ermittelt die Cybercrime-Kripo

Nach Angaben der Polizei Niederbayern verschafften sich Unbekannte unerlaubten Fernzugriff auf das IT-System des Supermarktes. Die Cybercrime-Spezialisten der Kriminalpolizei Landshut ermitteln. Ein Polizeisprecher sagte zu BILD: „Der Angriff dürfte in den frühen Morgenstunden stattgefunden haben.“

Weitere Angriffe in Europa

Verbindungen zu den jüngsten Hackerattacken auf Supermarkt-Kühlsysteme in Schweden werden untersucht. Dort waren am Montag Filialen der Ketten ICA und Coop betroffen. Schon Mitte Oktober waren mehr als 100 französische Supermärkte von einer ähnlichen Cyber-Attacke betroffen. Berichten zufolge manipulierten die Angreifer die Abtaufunktion der Kühlanlagen. Riesige Mengen Frisch- und Tiefkühlware wurden vernichtet.

Hersteller warnt vor veralteten Geräten

Bei den damaligen Hackerangriffen waren überwiegend Steuerungen des dänischen Herstellers Danfoss betroffen. Das Unternehmen erklärte: „Bei einem Großteil der betroffenen Anlagen handelt es sich um veraltete Geräte, die nicht mehr mit Software- und Sicherheitsupdates versorgt werden.“

Ob der Edeka-Markt in Reisbach ebenfalls Technik von Danfoss nutzt, ist nicht bekannt. Auch, wer hinter den Sabotage-Attacken steckt, ist weiter unklar.