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Berlin – Wie tief steckt der Israelhass in der Berliner Linken wirklich? Ein Rapper hat auf einer Wahlkampfkundgebung in Neukölln zum Hass gegen Israel aufgerufen – und niemand schritt dagegen ein. Ganz im Gegenteil: Während des Songs des Rappers Dahabflex tanzten die mehrheitlich jugendlichen Besucher der Kundgebung und sangen den Text mit. Eine Palästina-Flagge wurde geschwungen, einzelne Besucher vermummten sich.

Der „Tagesspiegel“ hat zuerst über die Veranstaltung berichtet, die die Partei kurz vor der Berlin-Wahl am 20. September einmal mehr in Erklärungsnot bringen könnte. Denn der umstrittene Rapper hatte am Samstagabend seinen Song „Stop the Genocide“ (Stoppt den Völkermord) präsentiert. Darin heißt es „Yalla Yalla Intifada – Westbank, Palästina, Gaza“ sowie „Death to the IDF“ (Tod der israelischen Armee). Beide Slogans gelten als ganz klare Gewaltaufrufe gegen den Staat Israel, dessen Einwohner und Mitglieder der israelischen Streitkräfte (IDF).

Der Musiker trug die Parolen laut „Tagesspiegel“ deutlich erkennbar und wiederholt vor. Damit nicht genug, betrat unmittelbar nach dem Auftritt Hermann Nehls (71), Co-Vorsitzender der Linken Neukölln, die Bühne. Wie alle anderen anwesenden Mitglieder der Linken Neukölln distanzierte er sich nicht von den Textpassagen. Grund genug hätte es gegeben, denn der Begriff „Intifada“ bezeichnet vor allem die gewaltsamen und auf beiden Seiten tödlichen Aufstände der palästinensischen Bevölkerung gegen Israel in den Jahren 1987 bis 1993 (erste Intifada) und 2000 bis 2005 (zweite Intifada).

Durch diese Attacken und Selbstmordanschläge wurden mehr als 1000 Israelis getötet. Kombiniert mit dem Aufruf „Yalla“ – arabisch für „Los“ oder „Los geht’s“ – stellt die Parole einen eindeutigen Gewaltaufruf dar.

Der Auftritt des wegen seiner politischen Aussagen und Texte umstrittenen Rappers war Teil einer Kundgebung unter dem Titel „Wütend auf den Kapitalismus“. Innerhalb der Berliner Linken gilt der Neuköllner Kreisverband wegen seiner Position zum Krieg in Nahost als problematisch. Immer wieder waren Vertreter und Mandatsträger mit Israelkritik auffällig geworden, hatten den Vorwurf des Antisemitismus aber weit von sich gewiesen.

Als besonders exponiert gilt dabei u. a. der 2025 direkt in den Bundestag gewählte Ferat Kocak (47). Elif Eralp (45), Spitzenkandidatin der Berliner Linken für die Abgeordnetenhauswahl, hatte den Vorwurf des Antisemitismus gegen Mitglieder der Partei zuletzt stets zurückgewiesen.