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Hamburg – Nach einer Pause ging der Block-Prozess am Dienstag weiter – und begann direkt mit einem Knall. Sogar ein Haftbefehl gegen Christina Block (53) steht im Raum. Hintergrund ist ein Umschlag mit Unterlagen, den Block ohne Kenntnis des Gerichts einer Gutachterin übergeben haben soll. Jetzt prüft das Gericht mögliche Konsequenzen gegen die Steakhouse-Erbin.

Nach Angaben von Nebenklägervertreter Philip von der Meden geht es in dem auf Rumänisch verfassten Brief um die Sexualsphäre seines Mandanten, Stephan Hensel. Warum der Brief auf Rumänisch ist, war unklar. Hensel ist der Ex-Mann von Christina Block und Vater der Kinder Klara (15) und Theo (12) Hensel. Laut Hildebrandt soll Block den Brief an Jugendpsychiaterin Mareike Schüler-Springorum heimlich übergeben haben. Schüler-Springorum hat die Kinder untersucht und ein Gutachten über ihren seelischen Zustand nach der Entführung erstellt.

Richterin spricht von „Verdunkelungshandlung“

„Das ist der Versuch einer Verdunklungshandlung“, betonte die vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt. Blocks Verteidiger Ingo Bott sprach von einem bedauerlichen Versehen seiner Mandantin. Staatsanwalt Marvin Steinberg sagte, es gehe um eine „Versuchshandlung“.

Das Gericht hingegen prüft jetzt mögliche Konsequenzen. Gerichtssprecher Florian Vogelsang zu BILD: „Die Entwicklung mit der Weitergabe der Unterlagen durch Frau Block kam für mich überraschend. Die Kammer hat von allen Seiten dazu Stellungnahmen eingeholt und wird diese nunmehr bewerten und gegebenenfalls reagieren.“ Ob es einen Haftbefehl geben wird, sei zu diesem Zeitpunkt unklar. Vogelgesang weiter: „Wenn es dazu kommen sollte, werden wir die Öffentlichkeit natürlich dazu umgehend informieren. Die Bekanntgabe eines Haftbefehls kann aber auch im Gerichtsaal durch die Richterin erfolgen. Es gibt jedoch bislang noch keinerlei Anträge für einen Haftbefehl durch Verfahrensbeteiligte.“

Block spricht von Versehen

Christina Block wies die Vorwürfe zurück. Unter Tränen erklärte sie, sie habe weder die Gutachterin beeinflussen noch Beweise verschleiern wollen. Die fraglichen Dokumente seien versehentlich zwischen Unterlagen geraten, die sie der Gutachterin für deren Arbeit über die Kinder übergeben habe, wie das „Abendblatt“ berichtet. Blocks Anwalt Ingo Bott sagte: „Es war ein Irrtum, ein Versehen, das meine Mandantin bedauert.“

Der weitere Verhandlungstag findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Grund seien die schutzbedürftigen Interessen der Kinder und Nebenkläger, erklärte die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt. Würden Informationen aus dem Gutachten der Jugendpsychiaterin bekannt, könnte das die Kinder und Nebenkläger verletzen.