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Moskau – Russen-Diktator Wladimir Putin lässt an seinem Geburtstag mit Raketen auf ukrainische Kinder schießen – und der deutsche Alt-Kanzler und Gerhard Schröder fährt zu einem Geschäftstermin nach Moskau. Auf dem Programm steht: der Besuch eines Globus-Supermarkts als neuer Aufsichtsratschef. Und womöglich auch ein Treffen mit Wladimir Putin.

Während der Kremlchef in der Ukraine Bomben auf Kinder werfen lässt, will Schröder ihm zum 74. Geburtstag gratulieren. Noch immer werden Tote und Verletzte unter den Trümmern geborgen, nachdem Russland in der vergangenen Nacht massive Angriffe gegen die Ukraine geflogen hatte. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem der „abscheulichsten Angriffe seit Kriegsbeginn“.

Allein in Pryluky, 150 Kilometer östlich von Kiew, starben mindestens 14 Menschen, als eine russische Rakete ein Wohnhaus traf. Vier Kinder wurden dort wehrlos im Schlaf getötet. Und der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder (82, SPD) nutzt den 74. Geburtstag von Wladimir Putin, um nach Moskau zu fahren.

Ex-Kanzler offiziell für Geschäftstermin in Moskau

Offiziell ist Schröder für einen Geschäftstermin in Moskau. Seit Anfang September sitzt er im Aufsichtsrat der russischen Tochter der deutschen Handelsgruppe Globus, die in Russland Dutzende Super- und Baumärkte betreibt. Während zahlreiche westliche Unternehmen das Land nach Kriegsbeginn verließen, blieb Globus im Russland-Geschäft. Für das Unternehmen soll Schröder nun seine internationalen Kontakte und seine politische Erfahrung einbringen.

Die russische, staatlich kontrollierte „Nachrichtenagentur“ TASS berichtet, dass Schröder am Mittwoch in Moskau eine Begrüßungsrede vor den Mitarbeitern des Unternehmens hielt. Im Anschluss daran tagte der Aufsichtsrat unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Schröder soll auch eine Führung durch das Globus-Kaufhaus bekommen haben. Ob und in welchem Rahmen Schröder an den Feierlichkeiten zu Putins Geburtstag teilnimmt, ist nicht bekannt.

Schröder und Putin: Seit Jahren enge Freunde

Schröder gilt seit Jahren als engster deutscher Vertrauter des Kreml-Diktators. Auch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hielt er an seiner Freundschaft zu Putin fest und verteidigte immer wieder den persönlichen Kontakt zu dem Präsidenten. Die SPD versuchte mehrfach, ihren ehemaligen Parteichef loszuwerden. Bisher erfolglos, Schröder ist weiterhin Genosse.

Schröders Nähe zum Kreml kostete ihn in Deutschland Privilegien. Im Mai 2022 stellte der Bundestag sein Altkanzler-Büro still. Die Begründung: Der SPD-Politiker nehme keine „fortwirkenden Verpflichtungen aus dem Amt“ mehr wahr. Kritiker sahen in der Entscheidung vor allem eine Reaktion auf Schröders anhaltende Nähe zu Putin und seine Tätigkeiten für russische Unternehmen.