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Genf (Schweiz) – Eine ganze Stadt schottet sich aus Angst vor Tausenden möglichen Randalierern ab! In der Genfer Innenstadt herrscht kurz vor dem G-7-Gipfel Ausnahmezustand: Hunderte Luxusgeschäfte und Banken, aber auch Hotels und Supermärkte haben aus Sorge vor Ausschreitungen ihre Fassaden und Schaufenster mit Sperrholzplatten verbarrikadiert. Zutritt erhalten Kunden und Gäste nur durch kleine Türen. Jetzt geht den Schreinereien sogar das Holz aus.

Eine „internationale Mobilisierung“ haben Aktivisten zum G-7-Gipfel am Genfer See angekündigt. Die Polizei rechnet mit bis zu 50.000 Teilnehmern bei einer Demo am Sonntag in Genf – und viel Gewalt. Tausende linksradikale Chaoten sollen u. a. auch aus Deutschland und Italien anreisen.

Plünderungen schon beim letzten Gipfel

Der G-7-Gipfel findet vom 15. bis zum 17. Juni 2026 in Évian-les-Bains (Frankreich) statt. Weil Frankreich keine Großdemonstration zu dem Gipfel duldet, findet der Protest auf der anderen Seite des Genfersees in der 200.000-Einwohner-Metropole statt.

Bereits beim Gipfeltreffen 2003 in Évian hatten Chaoten in Genf für Zerstörung gesorgt: Fensterscheiben wurden eingeschlagen, Geschäfte geplündert, Einsatzkräfte attackiert. Der Schaden wurde auf bis zu sechs Millionen Schweizer Franken (6,4 Mio. Euro) geschätzt. Ein Demonstrant wurde schwer verletzt, als er sich für eine Autobahnblockade von einer Brücke abseilen wollte.

4000 Soldaten im Einsatz

Damit sich dieses Szenario nicht wiederholt, hat sich Genf mit reichlich Holzplatten eingedeckt. Der Ansturm ist so groß, dass den Schreinereien das Holz ausgeht, schreibt der „Blick“. „Die Schreinereien sind ausgebucht oder verfügen kaum noch über Material“, so Flore Teysseire, Generalsekretärin des Gewerbeverbands „Genève Commerces“. Insbesondere an der teuren Einkaufsmeile Rue du Rhône haben zahlreiche Läden ihre Fensterfront mit Holzbrettern verrammelt.

Während des Gipfeltreffens werden in der Region etwa 16.000 Sicherheits- und Rettungskräfte im Einsatz sein, darunter 4000 Soldaten aus der Schweiz. Die Armee stellt u. a. Spürhunde, Taucher, Sprengstoff- und Drohnenexperten zur Verfügung. Auf dem Genfersee werden rund 30 Boote im Einsatz sein. Auch aus anderen europäischen Ländern kommt Verstärkung: Aus Deutschland reisen zehn Polizisten an, die mit französischen Polizisten im Einsatz sein sollen. Sie sollen u. a. Staats- und Regierungschefs schützen und gewalttätige Chaoten im Zaum halten.

Großdemo am Sonntag

„Es gibt ein Risiko mit Blick auf die äußerst angespannte internationale Lage, es besteht nach wie vor ein großes Risiko von Terroranschlägen in Frankreich. Hinzu kommen mögliche Sabotageakte, Cyberangriffe und Störungen der öffentlichen Ordnung“, sagt die Präfektin von Haute-Savoie, Emmanuelle Dubée.

Die Demonstration ist am Sonntag ab 15 Uhr in Genf geplant. Gipfelgegner wollen unter anderem gegen Gaza-Krieg, internationalen „Raubbau an Ressourcen“ und „wirtschaftliche Hegemonie“ der G-7-Staaten protestieren.