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Gaza/Washington/Jerusalem – US-Präsident Donald Trump verkündet einen historischen Durchbruch: Die Hamas soll sich bereit erklärt haben, ihre Waffen abzugeben. Doch was ist dieses Versprechen wert? Ist es wirklich eine Chance auf Frieden im Gazastreifen oder am Ende nur Bluff? Experten warnen: Zwischen Ankündigung und einer tatsächlichen Entwaffnung liegt ein weiter Weg.

Auf seiner Plattform „Truth Social“ verkündete Trump am Freitag, der von ihm ins Leben gerufene „Friedensrat“ habe eine Vereinbarung zur vollständigen Entwaffnung der Hamas und anderer bewaffneter Gruppen im Gazastreifen erreicht. Auch die Hamas bestätigte inzwischen ihre grundsätzliche Zustimmung. Ob daraus tatsächlich eine Entwaffnung wird, ist jedoch offen.

Terrorismus-Experte Peter Neumann erklärte auf X: „Sollte die Hamas tatsächlich ihrer Entwaffnung zugestimmt haben, wäre das ein bedeutender Durchbruch.“ Zugleich warnte er: „Der Teufel steckt wie so oft im Detail.“ Entscheidend seien nun die Verhandlungen über die Umsetzung – etwa die Frage, ob die Entwaffnung vor oder nach einem israelischen Rückzug erfolgt und wie die geplante internationale Stabilisierungstruppe arbeiten soll.

Neumann betonte zudem: „Letztlich hat die Hamas keine Selbstauflösung beschlossen. Unter großem militärischem und politischem Druck scheint sie bereit, ihre Strategie anzupassen.“ Die entscheidende Frage sei nun, ob die Hamas den Prozess am Ende mitträgt – oder sabotiert.

Hamas knüpft Zustimmung an Bedingungen

Bereits jetzt zeigt sich, wie schwierig die Umsetzung werden dürfte. Aus israelischen Regierungskreisen hieß es laut „Times of Israel“, der Vorschlag erfülle nicht Jerusalems Forderung nach einer vollständigen Demilitarisierung. Israel werde sich auf gar keinen Fall von der sogenannten Gelben Linie zurückziehen, bevor die Hamas entwaffnet und Gaza vollständig entmilitarisiert sei. Auch die Hamas knüpft ihre Zustimmung an Bedingungen: die Angriffe beenden, Truppen zurückziehen und mehr Waren und Hilfsgüter in den Gazastreifen lassen.

Offen bleibt jedoch: Was genau bedeutet „Entwaffnung“ überhaupt? Nach einer vom Fernsehsender „Al Jazeera“ eingesehenen Vereinbarung soll der genaue Fahrplan erst noch ausgearbeitet werden. Zunächst soll ein neues Verwaltungskomitee gemeinsam mit einer internationalen Stabilisierungstruppe die Kontrolle übernehmen.

Offen, was mit Entwaffnung genau gemeint ist

Anschließend sollen Waffen erfasst und eingelagert werden – unter Aufsicht eines internationalen Komitees. Kritiker fragen bereits, ob es wirklich um Entwaffnung geht – oder lediglich um die kontrollierte Lagerung von Waffen. Sie verweisen zudem auf die Vergangenheit: Die Hamas hat seit 2008 mehrfach Vereinbarungen akzeptiert, ihre Waffen aber nie abgegeben.

Terrorismusforscher Hans-Jakob Schindler (53) warnte im ZDF vor zu viel Optimismus. Die Hamas habe immer wieder signalisiert, dass sie bereit sei, die Verwaltung des Gazastreifens abzugeben – „aber nicht ihre Waffen“. Genau darin liegt für ihn die Gefahr: Die Terrororganisation könnte sich offiziell zurückziehen, im Hintergrund aber weiter das Sagen haben. „Dann würde sie die neue Administration mit Waffengewalt dominieren.“