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Berlin – Da ist er wieder! Seit dieser Woche ist der Kanzler aus dem Urlaub zurück – und seit Samstag auch wieder sichtbar. Friedrich Merz (70, CDU) besuchte im Waldbrand-Krisengebiet in der Eifel Feuerwehrleute in Hürtgenwald, die dort den größten Brand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens bekämpft hatten. Der Kanzler wird von Buhrufen empfangen und kräftig ausgepfiffen.

Mit dem Eifel-Auftritt enden zumindest die Spekulationen um den Urlaub des Kanzlers. In der Hauptstadt war berichtet worden, er habe sich vier Wochen komplett ausgeklinkt. BILD weiß: Stimmt so nicht. Merz war bis vergangenen Freitag drei Wochen und zwei Tage in seinem Ferienhaus am Tegernsee – im Arbeits-Urlaub.

Genug Zeit, um sich auch die zentrale Frage zu stellen: Schafft es seine Regierung, das Land aus der tiefen Krise wieder auf den Wachstums- und Optimismus-Pfad zu bringen? Kann er, Friedrich Merz, das?

„Die Augen auf dem Ball“

Zu BILD sagt Merz nach seinem Urlaub exklusiv: „In Deutschland geht es um Wachstum und Beschäftigung. Das ist das wichtigste Thema. Also volle Konzentration darauf, die Augen auf dem Ball.“ Seine Botschaft: Ich habe einen Plan für diesen Herbst. Und ohne Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ist alles nichts.

Miese Umfrage- und Beliebtheitswerte, Putsch-Gerüchte? Ihm gehe es um die Sache und um Arbeitsplätze. Bei Steuern, Rente, Entbürokratisierung, Digitalisierung und den anderen vor der Sommerpause beschlossenen Reformvorhaben müsse seine Regierung nun liefern. Merz zu BILD an die Adresse seines Kabinetts: „Wir haben vor der Sommerpause historische Beschlüsse dazu gefasst. Jetzt müssen sie so schnell wie möglich umgesetzt werden.“

Merz weiter: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Es geht um eine schnelle und umfassende Entlastung für die Wirtschaft, gerade auch für Handwerk und Mittelstand. Deswegen reden wir darüber in der Kabinettsklausur. Ich werde das Team auf diese Aufgabe einschwören.“ Zeitpunkt für die Kabinenansprache: die Kabinettsklausur Dienstag und Mittwoch auf Schloss Neuhardenberg (Brandenburg).

Bilger besonders im Mittelpunkt

Einer, der nach BILD-Informationen bei Merz besonders im Mittelpunkt stehen wird und schnell abliefern soll: der neue Verkehrsminister Stefan Bilger (47, CDU). Für Merz ist zentral, dass im Infrastrukturbereich über die Giga-Schulden Privatkapital aktiviert wird. Am Markt sei genug unterwegs und Deutschland biete Sicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Potenzial hätten vor allem Häfen und Straßen. Der Staat könne die Probleme nicht dauerhaft allein und mit immer neuen Schulden lösen.

Auch Warken im Fokus

Und auch sie steht in seinem Fokus: Ex-Gesundheitsministerin und Neu-Kanzleramtschefin Nina Warken (47, CDU). Merz hatte für sie zwei Urlaubstage geblockt und sie nach Bayern eingeladen. Auch zum Grillen – aber vor allem dafür: die Kabinetts-Agenda der nächsten Monate planen, sich mit der Neuen in seinem engsten Kreis abstimmen. Ziel: Geschwindigkeit in den Gesetzgebungsprozess für die zentralen Reformvorhaben bei Rente, Pflege und Bürokratieabbau bekommen.

Es ist ein Blitzspiel, das er gewinnen muss, wenn er das Deutschland-Ruder noch rumreißen will. Auch deshalb: Der Kanzler-Urlaub war eher Bürowechsel als Frei: Nach BILD-Informationen saß Merz täglich mehrere Stunden am Schreibtisch. Täglich gabs die „strategische Lage“ (Videoschalte mit dem engsten Team im Kanzleramt). Urlaubsbonus: Statt um 8 Uhr erst um 8.30 Uhr. Dazu Telefonrunden mit Ministern, Mitarbeitern, Stäben und Partei.

Merz-Termin in Sachsen-Anhalt

Und auch die Schicksalswahl in Sachsen-Anhalt und der interne Zoff dort um den Kurs zur AfD und die Linkspartei beschäftigten den Kanzler am Tegernsee: Merz sprach mehrfach mit Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze (47, CDU).

Zweimal ist Merz eingeladen worden von Kreisverbänden zu Auftritten in Sachsen‑Anhalt. Einer der Termine findet in der Schlussphase des Wahlkampfs statt: Merz mit Schulze in der Chemie-Hochburg Leuna. Dabei steht Schulze exemplarisch für den Ärger, den Merz in den eigenen CDU-Reihen hat: Schulze hat schon angekündigt, „Berlin“, also ihm, die Schuld für Gegenwind und am Ende für eine mögliche CDU-Wahlpleite am 6. September geben zu wollen. Merz zu BILD: „Die Bundesregierung lässt sich nicht von ihrem Kurs abbringen, wir wissen, was richtig und gut ist für das Land. Da lassen wir uns nicht beirren.“