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Paderborn (NRW) – Tragödie auf der Frühchenstation der St. Louise Frauen- und Kinderklinik: Ein Neugeborenes ist nach einer Infektion mit einem Enterobacter-Bakterium an einer schweren Blutvergiftung (Sepsis) gestorben. Ein weiteres Frühchen kämpft derzeit in kritischem Zustand um sein Leben.

Nach Angaben der Paderborner (NRW) Klinik wurde bei zwei weiteren Frühgeborenen der Erreger zwar nachgewiesen, Krankheitszeichen zeigen sie derzeit jedoch nicht.

Sicherheits- und Hygienemaßnahmen wurden erhöht

Auf der neonatologischen Intensivstation, wo die kleinsten und verletzlichsten Patienten versorgt werden, wurde das Bakterium entdeckt. Die Klinik ist in Alarmbereitschaft und reagierte mit verschärften Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Neue Kinder werden aktuell nicht auf der Station aufgenommen. Notfälle werden laut Krankenhaus aber weiter versorgt.

Die Nachricht vom Verlust des Neugeborenen hat auch die Klinikleitung tief getroffen. „Der Tod des Kindes erschüttert uns sehr. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten den Eltern und Angehörigen“, erklärten die Geschäftsführer Markus Funk und Sr. Bernadette M. Putz. Gleichzeitig werde alles dafür getan, das erkrankte Kind bestmöglich zu versorgen und die Ursache des Ausbruchs aufzuklären.

„Der Zustand des zweiten Frühchens hat sich inzwischen zwar etwas stabilisiert, aber es ist damit noch nicht vollständig über den Berg“, sagt Klinik-Sprecherin Silke Sauerwein zu BILD am Samstagvormittag. „Bei den beiden anderen infizierten Kindern gibt es zum Glück auch aktuell keine Krankheitssymptome.“

Gefährlich für die Kleinsten

Enterobacter-Bakterien gehören normalerweise zur menschlichen Darmflora und kommen auch in der Umwelt vor. Für gesunde Menschen sind sie meist ungefährlich. Bei besonders verletzlichen Patienten wie Frühgeborenen können sie jedoch schwere Infektionen auslösen, darunter Lungen-, Harnwegs- und Wundinfektionen sowie lebensbedrohliche Blutvergiftungen (Sepsis). Nach Angaben der Klinik handelt es sich nicht um einen multiresistenten Erreger.

Woher kam der Keim?

Wie es zu den Infektionen kommen konnte, ist bislang unklar. Bei der Aufnahme waren die Kinder noch nicht infiziert. Erst im weiteren Verlauf wurden die Bakterien festgestellt. Nun wird intensiv nach der möglichen Infektionsquelle gesucht. Auch wird untersucht, ob bei allen betroffenen Kindern derselbe Erreger vorliegt. Bei der Aufklärung arbeitet die Klinik nach eigenen Angaben eng mit dem Gesundheitsamt, Experten für Krankenhaushygiene und der Mikrobiologie zusammen.