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Berlin – Wer steckt hinter dem versuchten Drohnen-Anschlag am Leipziger Flughafen – und welches konkrete Wissen hält unsere Regierung zurück? In den Aussagen von Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) vom Mittwochabend stecken Hinweise darauf, womit wir es wirklich zu tun haben könnten und wie gefährlich die aktuelle Situation tatsächlich ist.

Diese fünf Dobrindt-Worte müssen uns Sorgen machen:

Fremde Mächte

Wer hinter dem Vorfall stehe, müsse geklärt werden, Spekulationen darüber könnten falsch sein, sagte Dobrindt. Klar sei aber, dass es sich nicht um Amateure gehandelt habe. Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter (62) dagegen sagte ganz direkt, er vermute Russland hinter dem Vorfall. Terrorismus-Experte Peter R. Neumann (51) zeigte sich im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer (41) verwundert, dass Dobrindt nicht Russland genannt hatte, sondern nur mit dem Begriff „fremde Mächte“ umschrieben habe. Immerhin ist Leipzig ein ​wichtiges Fracht-Drehkreuz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine.

Eine Erklärung: Der Minister kann kein bestimmtes Land nennen, solange die Ermittlungen laufen oder keine eindeutigen Beweise öffentlich vorliegen. Auch die Hintergründe des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines von 2022 waren nicht von Anfang an klar.

Hybride Bedrohung

Dieser Begriff stammt aus der Sicherheits- und Militärpolitik. Er beschreibt Angriffe, die unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges stattfinden. Ziel ist es, einem anderen Staat zu schaden oder ihn zu destabilisieren, ohne reguläre Soldaten einzusetzen, etwa mit Sabotage am Stromnetz, Cyberangriffen auf Behörden, Propaganda und Wahlbeeinflussung. Diese Angriffe aus dem Verborgenen zielen nicht auf direkte Konfrontation ab, sondern sollen Verunsicherung schaffen.

Experte Peter R. Neumann im Podcast: „Wenn man von hybridem Krieg oder hybriden Bedrohungen spricht, dann meint man damit nicht den IS oder Rechtsextremisten, sondern in den allermeisten Fällen ist von Russland die Rede.“

Anschlagsszenario

Alexander Dobrindt erklärte, man müsse mit dem Fund der mit Sprengstoff bewaffneten Drohne von einem „sehr ernsten, sicherheitsrelevanten Vorfall“ und einem „hybriden Anschlagsszenario“ ausgehen. Ähnliche Versuche seien auch künftig nicht auszuschließen. Bedeutet: Die Ermittler stufen den Vorfall als potenziell sehr ernst ein, beschreiben mit dem Begriff des Szenarios aber eher ihre Ermittlungsrichtung, da die Hintergründe noch nicht ausermittelt sind.

Militärischer Sprengstoff

Nach BILD-Informationen soll es sich bei dem Sprengstoff der Drohne um das hochexplosive Semtex gehandelt haben, das auch militärisch verwendet wird. Semtex kam beim Terroranschlag auf den Pan-Am-Flug 103 im Jahr 1988 zum Einsatz, bei dem 270 Menschen starben. Der mögliche Einsatz von Semtex stützt die Vermutung, dass der Anschlag von professionellen oder staatlich unterstützten Akteuren geplant worden sein könnte.

Wettrüsten

Das Wettrüsten um Drohnenabwehr und immer neue, „klügere“ Flugmaschinen ist längst im Gange. So wies der Minister darauf hin, dass die Systeme zur Drohnenabwehr an den deutschen Flughäfen für die aufgefundene Drohne wohl nicht geeignet gewesen wären. „Diese Drohne wurde gezielt so konzipiert, bestehende Drohnenabwehrmaßnahmen umgehen zu können“, sagte Dobrindt. Und: „Das bedeutet, wir erleben hier einen Wettlauf – oder ein Wettrüsten – im Bereich der hybriden Bedrohungen. Die Behörden müssten ihre Fähigkeiten ständig weiterentwickeln, weil Angreifer versuchen, Schutzmaßnahmen gezielt zu umgehen.“

Laut Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, warten die Flughäfen von Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn aber immer noch auf die zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen …