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Los Angeles (USA) – Der US-Freizeitpark Six Flags Magic Mountain hat eine seiner größten Attraktionen aus Sicherheitsgründen geschlossen. Im Juli hatten kurz nacheinander zwei Frauen schwere Hirnblutungen erlitten. Seit der Eröffnung der Achterbahn X2 im Jahr 2022 wird das Fahrgeschäft immer wieder mit schweren Vorfällen in Verbindung gebracht, darunter auch mit zwei Todesfällen.

Die endgültige Schließung erfolgt nun, nachdem zwei weitere Besucherinnen des Parks schwerwiegende Verletzungen davontrugen. Pamela Guillén (40) aus Hawaii und Naomi Greer-Wilkinson (25) aus Los Angeles verloren bei ihren Fahrten das Bewusstsein und benötigten Notoperationen. Laut US-Berichten erwachte Guillén nach zwei Wochen aus einem künstlichen Koma. Dramatisch: Sie muss das Gehen und Sprechen derzeit neu erlernen. Greer-Wilkinson befindet sich weiterhin im Koma. In beiden Fällen verursachte die Fahrt in der bis zum 122 km/h schnellen Achterbahn schwere Hirnverletzungen. Die beiden Vorfälle passierten im Abstand von nur sechs Tagen.

Bereits zwei Todesfälle

Wie der Sender CNN enthüllte, steht die Achterbahn im Zusammenhang mit mehr als einem Dutzend schwerer Verletzungen an Kopf und Nacken. Außerdem gehen zwei Todesfälle wohl auf das Konto der gefährlichen Achterbahn: 2010 starb die alleinerziehende Mutter Hilda Farias nach einer Fahrt – Ärzte stellten später eine „Gehirnanomalie“ fest, die durch die Intensität der Fahrt verursacht worden sei. Im Juni 2022 starb der Student Christopher Hawley (22) Stunden nach einer Fahrt an einer Hirnblutung infolge einer stumpfen Kopfverletzung – er war zuvor bei guter Gesundheit. Seine Familie verklagt Six Flags mit der Begründung, das Design der Achterbahn sei gefährlich fehlerhaft.

Die X2 ist eine sogenannte 4D-Achterbahn, bei der sich die Sitze unabhängig von der Schiene um 360 Grad drehen. Das führt oft zu nahezu senkrechten Abwärtsfahrten rückwärts oder kopfüber. Die Bahn erreicht enorme Geschwindigkeiten und verfügt über einen 65 Meter hohen Sturz. Sie war 2002 als Achterbahn dieser Art weltweit eröffnet und 2008 umgebaut.

Die bei den beiden Frauen im Juli diagnostizierten Hirnblutungen wurden als Verletzungen beschrieben, die typischerweise mit Hochgeschwindigkeitskollisionen verbunden sind. Brian Avery, Professor an der University of Florida und Spezialist für Fahrsicherheit, fällte ein vernichtendes Urteil zur Sicherheit der Attraktion. Er erklärte, die gängigen Sicherheitsstandards seien zwar „ein guter Ausgangspunkt“, würden aber „reale Faktoren wie die Bewegung des Kopfes, den Sitzort des Fahrers und die Frage, ob der Kopf des Fahrgasts die Rückenlehne des Sitzes trifft, nicht berücksichtigen“.

Six Flags will Berichte geheimhalten

Vor Gericht kämpfte Six Flags erfolgreich dafür, Erste-Hilfe- und medizinische Vorfallberichte vertraulich zu halten. Die Begründung: Man wolle „sensationelle Medienberichterstattung vermeiden, die die X2-Fahrt als gefährlich darstelle“. Die Anwälte des Freizeitparks argumentieren, die Kräfte der Fahrt seien nicht stark genug, um bei einem normalen Fahrer Hirnverletzungen zu verursachen, wenn die Fahrt wie angewiesen genutzt werde. In einem Fall führten sie eine Verletzung auf Fahrlässigkeit zurück.

Der Vater der im Koma liegenden Naomi Greer-Wilkinson kritisiert Six Flags scharf. Der Park habe „eine Menge zu verantworten“, sagte er. Er bemängelte, dass die Bahn nach der ersten Verletzung zunächst geöffnet blieb. Kalifornische Behörden untersuchen die Vorfälle. Ein Parksprecher erklärte: „Die Fahrt bleibt zu diesem Zeitpunkt geschlossen.“