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Portland (USA) – Freizeitparks sollen für Nervenkitzel sorgen. Doch so hatten sich die Besucher das nicht vorgestellt. 28 Fahrgäste hingen kopfüber in einem Karussell fest. 28 Minuten lang klammerten sie sich an ihren Gurten und Sitzen fest. Dafür bekommen einige von ihnen jetzt Schmerzensgeld.

Am Nachmittag des 14. Juni 2024 blieb das Fahrgeschäft „AtmosFEAR“ im Oaks Amusement Park plötzlich in Überkopf-Position stehen. 28 Menschen saßen fest, während das Blut in ihre Köpfe schoss. Der Vergnügungspark im Südosten von Portland gilt als einer der ältesten Freizeitparks der USA (gegründet 1905).

So hoch ist das Schmerzensgeld

Nach dem Prozess entschieden die Geschworenen vergangene Woche zugunsten von zwei Jugendlichen. Die Jury sprach den Opfern hohe Entschädigungen zu. Xitlali Gomez-Salais und Evie Yannotta erhielten jeweils 275.000 Dollar Schmerzensgeld, schreibt die Zeitung „The Oregonian“. Umgerechnet sind das rund 235.000 Euro. Insgesamt hatten neun Betroffene Klage eingereicht. Sieben davon hatten sich zuvor außergerichtlich mit dem Freizeitpark geeinigt.

Das sagt eines der Opfer

Die beiden Mädchen waren zum Zeitpunkt der Panne 13 und 14 Jahre alt. Heute sind sie 16. Vor Gericht berichteten sie von Atemnot und der ständigen Angst, die Schulterbügel könnten sich plötzlich öffnen und sie aus rund 30 Metern Höhe abstürzen lassen. Gomez-Salais: „Ich sah, wie ihnen die Tränen übers Gesich liefen, weil alle so entsetzt waren. Und Minuten später sah ich, wie sich Leute übergaben“, sagte sie gegenüber „The Oregonian“.

Warum die Rettung so lange dauerte

Besonders brisant: Nach Angaben der Familien gab es im Park keinen funktionierenden Notfallplan für einen solchen Fall, so der TV-Kanal „FOX 12“. Demnach wussten die Mitarbeiter zunächst nicht, wie sie die Anlage wieder in Bewegung setzen konnten. Erst mussten sie eine Notrufnummer anrufen, um Anweisungen zu erhalten. Anschließend wartete man auf die Feuerwehr und auf spezielles Werkzeug.

Was am Karussell verändert wurde

Die Folgen für die Betroffenen sind bis heute spürbar. Beide Mädchen litten unter Albträumen und Schlafstörungen. Gomez-Salais berichtete, sie habe monatelang Medikamente eingenommen. Inzwischen habe sie Angst vor geschlossenen Räumen wie Aufzügen oder Flugzeugen. Noch immer ist nicht geklärt, was die Fehlfunktion von „AtmosFEAR“ ausgelöst hat. Inzwischen wurde die Attraktion mit einer Sicherheitsfunktion ausgestattet: Sie bringt das Fahrgeschäft bei einer Störung automatisch in die Ausgangsposition zurück.