Troy (Missouri) – In den USA hat sich eine Frau der schweren Kindeswohlgefährdung in einem Fall schuldig bekannt. Wie mehrere Medien in den Vereinigten Staaten berichten, wollte Brenda Deutsch eines ihrer Pflegekinder gegen einen Affen tauschen. Die 70-Jährige hatte im Laufe mehrerer Jahrzehnte rund 200 Jugendliche in ihrer Obhut. Bei den Ermittlungen gegen Deutsch kam heraus, dass die Frau etliche Schutzbefohlene missbraucht haben dürfte. Dafür könnte ihr in separaten Verfahren Ärger drohen.
Für die menschenverachtende Affen-Tausch-Idee hat Deutsch ihre Strafe schon bekommen: Sieben Jahre Knast oder ein Jahr Haft und 10.000 Dollar Geldstrafe. Dabei kam sie noch relativ glimpflich davon. Der Grund: Deutsch war einen Deal mit der Staatsanwaltschaft von Lincoln County eingegangen. Von den ursprünglich drei Anklagepunkten wurden Kindesmissbrauch und Vernachlässigung fallengelassen. Dafür bekannte sich Deutsch der Kindeswohlgefährdung schuldig und fuhr ein.
Opfer durchlebte jahrelanges Martyrium
Hinter der auf den ersten Blick gaga anmutenden Geschichte steht ein trauriges Schicksal. Denn das Mädchen, das gegen den Affen eingetauscht werden sollte, ist von seiner Pflegerin tatsächlich zu einer Frau nach Texas geschickt worden. Diese gilt als Sammlerin exotischer Tiere. Mehr ist über sie oder mögliche Ermittlungen gegen ihre Person nicht bekannt.
Klar ist hingegen, dass das Mädchen, das zum Schutz der Persönlichkeit nicht weiter beschrieben ist, durch ein jahrelanges Martyrium gehen musste. Brenda Deutsch schlug es mit einem Brett, Schuhen und anderen Gegenständen, außerdem mit der Hand ins Gesicht. Bei der Texanerin wurde das Kind unterernährt und verwahrlost aufgefunden. Es befindet sich jetzt in einer staatlichen Auffangeinrichtung.
So kamen die Ermittler Deutsch auf die Schliche
Was Deutsch dem Mädchen angetan haben soll, könnte kein Einzelfall gewesen sein. Der Staatsanwalt spricht von einem „System des Missbrauchs und der Vernachlässigung“; weitere mutmaßliche Opfer haben sich bereits gemeldet. Den Ermittlern fiel die 70-Jährige auf, weil das Kind nicht mehr zum Unterricht in Winfield erschien. Über Hinweise auf den geplanten Affen-Deal spürte die Polizei die Minderjährige schließlich im mehrere Hundert Kilometer entfernten Texas auf.