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Berlin – Der Wettbewerb um eine wichtige Geheimbaustelle in der Hauptstadt ist entschieden! Am Berliner Landwehrkanal rüstet Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) seinen Dienstsitz mit mehr Büros, Kantine und Tiefgaragen auf. Die Kosten für den Erweiterungsbau nach dem Entwurf der Architekten Sauerbruch Hutton: mindestens 416 Millionen Euro.

Die Planung ist top-secret! Beteiligen durften sich nur Büros mit Sitz in Deutschland. Die Unterlagen dürfen während der gesamten Bauphase nicht mit ins Ausland genommen werden. Ausgeschlossen sind Mitarbeiter mit doppelter Staatsangehörigkeit aus sicherheitskritischen Ländern – darunter fallen aktuell 26 Staaten von Afghanistan über China bis Vietnam. Das sind ebenso strenge Bedingungen wie beim laufenden Ausbau des Kanzleramtes. Das Projekt ist von Beginn an als Verschlusssache deklariert.

Durch die Erweiterung um 35.000 Quadratmeter wird der Pistorius-Sitz größer als das Reichstagsgebäude (bebeaute Fläche ca. 13.300 Quadratmeter). Das alte Herzstück, der Bendlerblock, wird seit 1993 als zweiter Dienstsitz des Verteidigungsministeriums mit rund 1600 Mitarbeitern genutzt. Dieser auch in der Nazizeit militärisch geprägte Bau war Zentrum des Umsturzversuchs gegen Hitler. An die Widerstandsgruppe des 20. Juli 1944 erinnert im Innenhof eine Gedenkstätte. Am östlichen Rand gibt es inzwischen auch ein Denkmal für gefallene Bundeswehrsoldaten. Erster Dienstsitz des Verteidigungsministers ist die Bonner Hardthöhe (1400 Mitarbeiter).

Bei der Erweiterung am Berliner Reichpietschufer geht es nicht nur um mehr Platz für Büros, sondern auch um eine Neuordnung des Areals im Bereich des Ortsteils Tiergarten. So wird ein Paradeplatz in der Mitte zwischen Staatsgästetreppe und Ehrenmal angelegt. Der Baustart ist noch offen.