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London – Diese SMS ließ Ermittler aufhorchen: „Es wird irgendwie cool sein, jemanden zu töten.“ Der Norweger Johannes Kongsnes Natland (19) schrieb die Nachricht an seine Freundin im Zusammenhang mit seiner Reise nach England. Wenig später wurde er in einem Hotel in Huddersfield festgenommen! Jetzt sprach ihn ein Londoner Gericht wegen Verschwörung zum Mord schuldig. Nach Überzeugung der Anklage hatte sich der 19-Jährige bereit erklärt, für 25.000 Euro einen bislang unbekannten Menschen zu erschießen. Auftraggeber soll das berüchtigte schwedische Foxtrot-Netzwerk sein, das offenbar mit dem iranischen Mullah-Regime in Verbindung steht.

Vor Gericht behauptete Natland, er habe zunächst geglaubt, die Mordpläne seien nur ein „Witz“ oder „Betrug“. Als ihm klar wurde, worauf er sich eingelassen hatte, habe er einen Ausweg gesucht. Sein angeblicher Plan: sich „selbst in den Fuß zu schießen“, um den Auftrag nicht ausführen zu müssen. Eine wenig glaubwürdige Aussage. Denn neben der belastenden Nachricht an seine Freundin fanden die Ermittler weitere Hinweise. So berichtete ein Freund vor Gericht, Natland habe geprahlt, er werde „eine Menge Geld bekommen und jemand wird sterben“. Der Norweger erklärte dazu, das sei nur Angeberei gewesen, tatsächlich habe er Angst gehabt.

Das Netzwerk hinter dem Mordkomplott

Bevor es zur Ausführung der Tat kommen konnte, schlug die Polizei zu: In Natlands Hotelzimmer fanden die Beamten unter dem Bett eine Plastiktüte mit einer halbautomatischen Pistole, einem Revolver und Munition. Das mutmaßliche Ziel des Anschlags konnte bis heute nicht identifiziert werden. Brisant ist vor allem die Spur hinter dem Komplott: Natland soll von einem damals 17-Jährigen mit dem Spitznamen „Generalen“ („Der General“) angeworben worden sein. Hinter dem Mordplan soll das schwedische Foxtrot-Netzwerk stehen, als Anführer gilt Rawa Majid (38), in Schweden als „Kurdischer Fuchs“ berüchtigt. Der mutmaßliche Gang-Boss soll sich im Iran aufhalten. Britische Behörden sehen das Netzwerk als Werkzeug des iranischen Regimes. Die kriminelle Organisation soll an Terroraktionen gegen jüdische und israelische Ziele in Europa beteiligt gewesen sein.

Nach mehr als 17 Stunden Beratungszeit sprachen die Geschworenen Natland schließlich schuldig. Das Strafmaß will das Gericht im Oktober verkünden.