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Neu-Delhi – Wissenschaftler haben eine bislang völlig unbekannte Fischart entdeckt, die tief im Grundwasser lebt. Der winzige Aal trägt jetzt den Namen Gangaichthys indonepalicus und sorgt in der Forschung für Aufsehen.

Das Besondere ist, dass der nur etwa vier Zentimeter lange Mini-Aal unterirdisch lebt. Damit ist er der einzige bekannte Fisch mit diesem Lebensraum im gesamten Gangesbecken.

So fanden die Forscher den neuen Aal

Manchmal beginnt eine wissenschaftliche Sensation dort, wo sonst Tanzvideos und Trends laufen: Ein kurzer Social-Media-Clip im Internet führte Forscher zu der Aal-Entdeckung in Indien. Ein TikTok-Video zeigte bereits 2024 einen ungewöhnlichen kleinen Fisch, der aus einem Wasserbohrloch nahe der Grenze zwischen Indien und Nepal auftauchte. Die Aufnahmen machten Forscher neugierig. Für die Wissenschaftler war sofort klar: Kein Lebewesen, das aus der Region bis dato bekannt war, sieht so aus.

Also machten sie sich auf die Suche. In Bihar mussten die Wissenschaftler zunächst die Brunnenbesitzer überzeugen, Wasser für die Suche abpumpen zu dürfen. Danach begann Knochenarbeit: Tausende Liter Wasser wurden per Hand aus den Brunnen gepumpt.

Nach 2000 Litern die Sensation

Der erste Fisch tauchte erst nach rund 2000 Litern auf. Das Tier wurde dabei jedoch beschädigt und starb. Nach weiteren 500 Litern Wasser hatten sie schließlich Glück: Aus demselben Bohrloch kam ein zweites, unversehrtes Exemplar zum Vorschein. Und das sah ziemlich ungewöhnlich aus.

So sieht die neue Art aus

Der blassrosafarbene Fisch wirkt wie aus einer anderen Welt. Er besitzt stark reduzierte, von Haut bedeckte Augen, einen nahezu durchscheinenden Körper und offenbar keine Rippen-Gräten. Alles Anpassungen an ein Leben in völliger Dunkelheit tief im Grundwasser.

Mithilfe moderner Computertomografie und genetischer Untersuchungen bestätigten die Forscher schließlich: Das Tier gehört nicht nur zu einer neuen Art, sondern sogar zu einer völlig neuen Gattung innerhalb der Regenwurm-Aale. Der Name ist bewusst gewählt. „Gangaichthys“ bedeutet so viel wie „Fisch des Ganges“ und verweist auf einen der wichtigsten Flüsse Indiens.

Die spektakuläre Entdeckung wurde erst jetzt in der Fachzeitschrift ZooKeys veröffentlicht. Für die Wissenschaft ist sie ein Meilenstein, weil erstmals ein sogenannter stygobiontischer Fisch, das ist ein dauerhaft im Grundwasser lebender Fisch, in der Indo-Gangetischen Ebene nachgewiesen wurde.