Chitwan (Nepal) - Am Mittwoch überrollte eine gewaltige Schlammlawine Nepal. Tausende Menschen werden noch vermisst, darunter auch deutsche Touristen. Ein Gletscherabbruch soll die Katastrophe ausgelöst haben. Die Hilfs- und Rettungsaktion ist angelaufen, zahlreiche Leichen wurden bereits gefunden.
Satdev (44) lebt in Berlin, besucht derzeit aber seine Heimat Nepal. Er selbst ist in Sicherheit – zum Zeitpunkt der Naturkatastrophe war er zum Glück außerhalb des Krisengebiets. Doch die Sorge um seine Freunde in der Krisenregion wächst. „Zurzeit erreiche ich niemanden. Ich hoffe, dass nur die Funknetze ausgefallen sind“, sagt er zu BILD. Immer und immer wieder versucht er es, kein Erfolg.
Ein Freund von Satdev erlebt die Auswirkungen der Naturkatastrophe hautnah. Aus dem Katastrophengebiet fließt ein Fluss hinab in seine Heimat. Vor Ort gibt es erschütternde Szenen: Leichen und Leichenteile kommen immer wieder heruntergeschwommen. „Es ist wirklich beängstigend“, sagt Satdevs Freund, den BILD telefonisch erreicht. Die Bevölkerung versucht zu helfen und sucht nach Überlebenden – bisher vergeblich.
Menschen versammeln sich am Fluss
Auf Videos sind verstörende Szenen zu sehen: Leichenteile, teils abgetrennte Beine, liegen am Ufer. Die Menschen versammeln sich am Fluss, sind sichtlich schockiert und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Sie blicken verzweifelt auf den Fluss, in der Hoffnung, doch noch einen Überlebenden zu entdecken.
Satdev ist in der Stadt Birganj, weit weg vom Krisengebiet. Dort wurden am Donnerstag Einsatzkräfte zusammengezogen. Freunde von Satdev arbeiten als Ärzte und machen sich nun auf den Weg in das betroffene Gebiet, um den Opfern zu helfen.