Berlin – Ein prominenter Kreml-Propagandist hat den versuchten Drohnen-Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle für das russische Regime reklamiert.
Alexander Sosnowski (70), der in Deutschland lebt und regelmäßig im russischen Staats-TV zu Gast ist, veröffentlichte auf seinem Telegram-Kanal (114.000 Abonnenten) am Donnerstag ein einminütiges Video. Darin sagte er auf Russisch:
„Sie wissen alle natürlich gut, dass in Leipzig eine Drohne gefunden wurde, die sich neben einem ukrainischen Antonow-Flugzeug befand. Dort befindet sich ihr Stützpunkt. Aber sie ist nicht explodiert. Es hat sich herausgestellt, dass der Zünder defekt war. Ich bin heute richtig böse. Fürchterlich. Ich habe zwei Fragen. Natürlich ist ein Flugzeug in Leipzig im Hinblick auf die Durchführung irgendeiner Operation etwas Besonderes – das ist einfach super. Aber ist der Bahnhof in Kiew nicht näher als der Flughafen in Leipzig? Ich ziehe keine Parallelen und gebe keine Ratschläge. Ich frage nur: Was ist interessanter, was ist lohnenswerter?“
Soll heißen: Für den russischen Propagandisten scheint außer Frage zu stehen, dass der fehlgeschlagene Sprengstoff-Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle eine „Operation“ war, die vom russischen Regime durchgeführt wurde und den ukrainischen Flugzeugen galt. Er stört sich lediglich daran, dass der Kreml ein solch weit entferntes Ziel ins Visier nehme, anstatt den Kiewer Bahnhof zu bombardieren, wo angeblich Rüstungsgüter aus Europa ankommen.
Obwohl Sosnowski regelmäßig in den wichtigsten Propaganda-Sendungen Russlands zu Gast ist, können seine Aussagen nicht als offizielle oder inoffizielle Bestätigung für die Täterschaft Moskaus gelten. Dennoch liefern sie einen Einblick in das Denken des russischen Propaganda-Apparats: Für dessen Vertreter scheint es selbstverständlich zu sein, dass Russland für den Drohnen-Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich ist.
Die Äußerung des Propagandisten unterscheidet sich auch von der Kreml-Linie. Das Regime von Diktator Wladimir Putin (73) bestreitet stets jegliche Verantwortung für Geheimdienst- oder Militäroperationen in der EU. Putin selbst hatte kürzlich erklärt, dass es keinerlei Beweise für angebliche Provokationen Russlands auf dem Gebiet von EU-Staaten gebe.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hatte am Mittwochabend von einem „hybriden Anschlagsszenario“, „fremden Mächten“ sowie „professioneller Technik“ im Zusammenhang mit dem versuchten Drohnen-Anschlag gesprochen. Der deutsche Sicherheitsexperte Peter Neumann (51) erklärte im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer (41), dies seien Andeutungen auf eine mögliche Täterschaft Russlands.