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Berlin – Für viele junge Menschen bedeutet der Führerschein Freiheit. Für ihre Eltern oft vor allem eines: eine hohe Rechnung. Denn der Autoführerschein kostet inzwischen oft einige Tausend Euro. Jetzt macht die Bundesregierung Hoffnung auf eine deutliche Entlastung.

Verkehrsminister Steffen Bilger (47, CDU) will den Führerschein günstiger machen. Im Gespräch mit WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer) bezifferte er erstmals, wie viel Fahrschüler künftig sparen könnten: mehrere Hundert Euro, im besten Fall sogar bis zu 1000 Euro.

Derzeit liegt der Preis für den Führerschein der Klasse B im Schnitt bei satten 3.400 Euro. Bilger will mit „mehr digitalem Unterricht und einer Bürokratieentlastung“ die Kosten senken. Gleichzeitig räumte der Minister ein, dass es große regionale Unterschiede gebe und manche Fahrschüler deutlich mehr Fahrstunden benötigten als andere.

Der Sozialverband Deutschland begrüßt Bilgers Ankündigung. Die Kostenexplosion beim Führerschein stelle vor allem junge Leute vor Probleme, die sich häufig verschuldeten, sagt die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier (65). „Keinen Führerschein zu haben, kann später auch ein echter Wettbewerbsnachteil am Arbeitsmarkt sein.“ Wichtige Berufe wie Rettungssanitäter, Busfahrer oder mobile Pflegekräfte seien aufs Autofahren angewiesen.

Fahrlehrer warnen vor sinkender Sicherheit

Doch Fahrlehrer laufen gegen die geplante Reform Sturm. Sie warnen, dass das Sicherheitsniveau sinken könnte. Sie fordern, dass Fahrschüler weiterhin einen Teil der Theoriestunden in Präsenz besuchen müssen. Kritisiert wird auch eine geplante Laienausbildung. Fahrschüler können dabei einen Teil ihrer Fahrstunden beispielsweise unter Anleitung ihrer Eltern absolvieren.

Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im Mai in den Bundestag eingebracht. Die Reform muss dort noch verabschiedet werden, auch der Bundesrat muss zustimmen. Nach den bisherigen Plänen sollen die neuen Regeln möglichst Anfang 2027 greifen.