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Berlin – Kurz vor dem Jahrestag des Mauerbaus (13. August 1961) sorgt FDP-Vizechefin Linda Teuteberg (45) mit einer steilen These für Wirbel. Ihre Behauptung: Die Ost-West-Debatte werde gezielt von den politischen Rändern angeheizt. „Es gibt eine Ressentimentpolitik, ursprünglich von der PDS als vermeintlich einziger Anwältin der Ostdeutschen in den 1990er-Jahren und heute auch von der AfD“, sagt die frühere Bundestagsabgeordnete, die in Königs Wusterhausen (Brandenburg) geboren wurde.

Besonders provokant ist ihre Aussage: „Die Ostidentität wurde nachträglich erfunden“, fügt sie hinzu. „Vor der Vereinigung haben sich nämlich Ostdeutsche meist als Deutsche im geteilten Deutschland verstanden und hielten am Zusammengehören fest“, sagt sie der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar hätten vier Jahrzehnte Teilung ihre Spuren hinterlassen. „40 Jahre Teilung brauchen nach menschlichem Ermessen auch 40 Jahre der Heilung.“ Gleichzeitig stellt sie die Motive hinter der Debatte infrage: „Heute stellt sich die Frage: Wer bewirtschaftet tatsächliche oder vermeintliche Unterschiede? Wessen politisches Geschäftsmodell ist die Teilung?“

Teuteberg gegen einfache Erklärungen

Auch beim Thema Vermögen widerspricht Teuteberg einfachen Erklärungen. „Durch 40 Jahre Sozialismus gab es weniger Möglichkeiten, Vermögen zu bilden. Das hat Nachwirkungen, aber wir dürfen nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die politischen Ränder links und rechts nutzen das für ihre heutigen politischen Zwecke aus.“

Mit Blick auf den 65. Jahrestag des Mauerbaus findet die FDP-Politikerin klare Worte zur DDR: „Der SED-Staat war eine Diktatur und ein großes Gefängnis“, sagt sie. „Der Jahrestag des Mauerbaus ist Anlass, sich daran zu erinnern, wie wertvoll Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie sind. Und all jenen zu widersprechen, die den fundamentalen Unterschied zwischen einem demokratischen Rechtsstaat und einer totalitären Diktatur systematisch verwischen wollen.“