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Doncaster (England) – Er kletterte in das Gehege eines 200 Kilogramm schweren sibirischen Tigers und wurde von dem Tier zerfleischt. Jetzt meldet sich die Familie des jungen Mannes in einer bewegenden Erklärung zu Wort.

Am vergangenen Sonnabend kletterte William Chapman (24) in das Tiger-Gehege des Yorkshire Wildlife Parks in Doncaster (England). Augenzeugen berichteten, dass Chapman Kopfhörer trug, vor dem sibirischen Tiger Altai tanzte. Dann soll er mehrmals „Stopp“ gerufen haben. Wenig später wurde er von dem riesigen Raubtier getötet. In einer Erklärung schreibt die geschockte Familie: „William war ein aufgeweckter, herzlicher und einnehmender junger Mann, den seine Familie sehr liebte – und William liebte sie auch.“

Opfer war als Kind Schauspieler

Chapman war Schauspieler und spielte laut BBC unter anderem als Kind an der Seite von „Harry Potter“-Star Shirley Henderson (Maulende Myrte) in der Komödie „May Contain Nuts“. Er war Schüler der Jackie Palmer Stage School in High Wycombe, die sich in einem Internet-Post von dem jungen Mann verabschiedete: „Wir haben es sehr geschätzt, William während seiner Zeit bei uns dabei zuzusehen, wie er sich sowohl als Mensch als auch als Künstler weiterentwickelte. Es war uns eine Ehre, ihn auf einem Teil seines Weges begleiten zu dürfen. Alle, die das Vergnügen hatten, ihn kennenzulernen, werden sich mit großer Zuneigung an ihn erinnern.“

Tiger-Opfer hatte Erkrankung

Doch offenbar hatte William psychische Probleme. Seine Familie erklärte: „Leider litt William über viele Jahre an einer schweren psychischen Erkrankung und musste deshalb starke Medikamente einnehmen. Es wird Sache des Gerichtsmediziners sein, zu entscheiden, welche Rolle dies bei seinem Tod gespielt hat.“ William bat kurz vor dem schrecklichen Vorfall eine Zoo-Besucherin, ein Foto von ihm mit dem Tiger im Hintergrund zu machen. Die Frau erinnert sich: „Er sagte noch ‚Vielen Dank, gnädige Frau‘. Er war so glücklich.“ Wenig später kletterte er auf den Zaun und stürzte fast vier Meter in das Tiger-Areal. Warum er das tat, ist auch der Familie ein Rätsel. Die Angehörigen schreiben: „Die Familie hofft, dass die zuständigen Behörden alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um herauszufinden, warum unser großartiger Sohn das getan hat, was er getan hat.“

Der Tierpark sprach sein Mitgefühl für die Angehörigen aus und gab auch ein Update zu dem Tiger: „Wir können allen versichern, dass es ihm gut geht und er in Sicherheit ist. Altai wird infolge dieses Vorfalls nicht eingeschläfert.“ Der Tierpark ist seit dem Vorfall geschlossen, soll aber am Donnerstag wieder öffnen.