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Der Oktober zeigt sich von seiner launischen Seite. Erst goldener Herbst mit über 25 Grad und Sonne, dann die Wende: Regen und nasskaltes Wetter. Bereits Anfang der Woche soll es wieder wärmer werden. Ist bei diesem Oktober-Überraschungsei auch noch Schnee drin?

Möglich ist es. Klimatologe Dr. Karsten Brandt zu BILD: „Das US-Wettermodell prognostiziert in seiner aktuellen Berechnung einen Schneezuwachs in den Alpen.“ Allerdings betont er: Der Zeitraum liegt für eine seriöse Prognose noch zu weit in der Zukunft. „Die Modellberechnungen können sich bis dahin noch deutlich verändern.“ Auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt, eine zuverlässige Vorhersage reiche 7 bis 10 Tage weit – Trends maximal zwei Wochen. „Alles darüber hinaus wäre Kaffeesatzleserei“, so Jung zu BILD. Aber: „Aus der Klimatologie lässt sich recht gut ableiten, womit man rechnen kann.“

Der Blick in die Wetteraufzeichnungen verrät: In den Hochlagen der Alpen, oberhalb von 2000 Metern, ist Schnee schon im September möglich. „Jetzt im Oktober reicht ein kräftiger Kaltlufteinbruch, damit es auch auf 1000 bis 1500 Metern herunterschneit“, erläutert der Experte.

Wann die ersten Schneeflocken fallen

Auch in den Mittelgebirgen, etwa im Harz, im Erzgebirge, im Bayerischen Wald, im Schwarzwald oder am Großen Feldberg im Taunus (Hessen), fallen die ersten Flocken in der Regel zwischen Ende Oktober und Anfang November. Ans Rodeln ist dann aber noch nicht zu denken. Jung: „Ein dauerhaft liegender Schnee folgt meist erst später.“

Wer im Flachland wohnt, kann sich vermutlich erst zwischen Ende November und Mitte Dezember auf Schneeflocken einstellen. „Im Westen und am Rhein oft später, im Osten und Südosten tendenziell früher. In milden Wintern der letzten Jahre kam der erste Schnee im Flachland häufig erst im Dezember oder sogar im Januar, und oft blieb er nur kurz liegen“, erinnert sich Jung.

Klimawandel verringert die Schneetage

Laut dem Diplom-Meteorologen kommt der Schnee in tieferen Lagen immer später – und insgesamt gibt es weniger Schneetage. Das liegt am Klimawandel. Jung: „Gleichzeitig kann es aber auch in einem warmen Herbst immer wieder einzelne Ausreißer geben, wenn polare Kaltluft auf feuchte Luft trifft. Ein früher Schneefall im Oktober oder Anfang November ist also nicht ausgeschlossen, aber eher die Ausnahme.“

Aktuell sieht es erst mal nach einem erneuten Wetterumschwung aus: Dr. Brandt prognostiziert: „Ab Wochenbeginn könnte sich vielerorts der goldene Oktober mit mehr Sonnenschein und milden Temperaturen durchsetzen.“