Berlin – In acht Tagen wählt Sachsen-Anhalt – und der AfD könnte der ganz große Wurf gelingen. In Umfragen kratzt sie an der absoluten Mehrheit, liegt fast 20 Punkte vor der CDU. Jetzt zeigt eine neue exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für BILD, was Deutschland insgesamt über die Rechtsaußen-Partei denkt – und wie tief die Spaltung reicht.
Denn: Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) gibt an, Deutschland verlassen zu wollen, sollte die AfD nicht nur in Sachsen-Anhalt gewinnen, sondern eines Tages auch ins Kanzleramt einziehen. Und: Knapp die Hälfte aller Befragten (47 Prozent) meint, eine AfD-Bundesregierung würde Deutschland schaden. 36 Prozent sehen das nicht so.
Der Blick auf Sachsen-Anhalt zeigt: Die Stimmung ist gespalten. Während für 41 Prozent eine AfD-Landesregierung in diesem Bundesland in Ordnung ginge, sind 46 Prozent dagegen. Auch sagen 44 Prozent: Die AfD sollte mal zeigen dürfen, ob sie regieren kann. 42 Prozent halten davon nichts. 29 Prozent haben zwar nichts gegen einen AfD-Sieg, wollen sie aber nicht in der Regierung. Und ein Großteil von 48 Prozent glaubt, dass eine absolute Mehrheit der AfD Einfluss auf die Bundesebene hätte (29 Prozent sehen das anders).
Besonders brisant: Viele Bürger halten die bisherige Strategie der anderen Parteien für einen Fehler. 43 Prozent sind überzeugt, dass ein Bündnis sämtlicher Parteien gegen die AfD diese sogar noch stärker macht. Nur 32 Prozent widersprechen. Und doch: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) zieht eine Brandmauer-Koalition einer absoluten AfD-Mehrheit vor.
Uneinig sind sich die Befragten, ob AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Falle eines Wahlsiegs als Ministerpräsident an Zustimmung einbüßen würde – ähnlich wie Friedrich Merz als Bundeskanzler. 37 Prozent meinen ja, 35 Prozent sagen nein.