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Berlin – Diese Aussagen werden noch für heftige Debatten sorgen: Die Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa (67, CDU) hält die Abgrenzung ihrer eigenen Partei zur Linken für einen Irrweg. Wörtlich sagte sie im Interview mit „Christ in der Gegenwart“ (Aussagen liegen BILD exklusiv vorab vor), sie halte „den Unvereinbarkeitsbeschluss in seiner jetzigen Form für falsch“. Der Unvereinbarkeitsbeschluss (Brandmauer-Beschluss) sieht vor, dass die CDU weder mit der Linkspartei noch mit der AfD kooperiert, da beide extremistisch seien.

Gegenüber der Linkspartei, Nachfolgerin der DDR-Mauerpartei SED, wünscht sich Welskop-Deffaa jedoch eine Aufweichung der Brandmauer. Denn: Es gebe einen erkennbaren Unterschied zwischen der Linkspartei und der AfD, so Welskop-Deffaa. Während die AfD in Teilen gesichert rechtsextrem sei, halte sie die Linkspartei nicht für linksextrem und verfassungsfeindlich, auch wenn sie manches vertrete, das „unklug“ sei. Von ihrer Partei, der CDU, wünscht Welskop-Deffaa sich also eine Kurskorrektur.

Falsch sei es hingegen, sich als CDU Positionen der AfD anzunähern. „Manche hoffen, in einer gewissen AfD-light-Version Menschen zurückzugewinnen“, sagte die Caritas-Frau. Doch das funktioniere nicht. Der AfD gehe es um das „Schüren gesellschaftlichen Unfriedens“.

Für Elif Eralp, die Linken-Wahlgewinnerin in Berlin, die mit der SPD und den Grünen in der Hauptstadt eine Regierung sondiert, hat die Christdemokratin positive Worte. Eralp habe sich „vernehmlich gegen Diskriminierung eingesetzt und Netzwerke gegen Rassismus gegründet“, hatte die Caritas-Chefin in einem Interview kurz nach deren Wahlsieg gesagt. „Angesichts der ständigen Verhetzung von Migrantinnen und Migranten durch die Rechtspopulisten und deren Vorliebe, sich über Geschlechtergleichstellung lächerlich zu machen, hätte ich es nicht mehr für möglich gehalten, dass eine Frau mit einem solchen Profil in Deutschland eine Landtagswahl gewinnen kann“, schwärmte die Christdemokratin.

Welskop-Deffaa steht seit 2021 an der Spitze der Caritas.