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Düsseldorf – Ein „König“ im grauen Pullover, ein blauer Müllsack im Gepäck und eine Staatsangehörigkeit, die es nicht gibt: Der Prozess gegen den selbst ernannten „König von Deutschland“ Peter Fitzek (61) hat in Düsseldorf begonnen.

Schon der Start braucht königliche Geduld. Wegen der Sicherheitsvorkehrungen im sogenannten „Terrorbunker“ des Oberlandesgerichts geht es statt um 9.30 Uhr erst um 10.25 Uhr los. Fitzek, Pferdeschwanz und enger grauer Pullover, erklärt schon vor Beginn: „Die Vorwürfe sind alle Unsinn.“

Richtig sonderbar wird es bei den Personalien. Peter Fitzek? Heißt er nach eigener Auskunft gar nicht. „Ich heiße nicht Peter Fitzek, sondern der Peter der Erste, Menschensohn des Horst und der Erika und Staatsoberhaupt.“ Seine Staatsangehörigkeit: „Königreich Deutschland“. Während der Anklage hält Fitzek plötzlich einen Schuh ins Publikum. Offenbar herrscht im „Königreich“ Schuhnot.

Er krönte sich selbst zum „König“

Fitzek hatte das „Königreich Deutschland“ 2012 mitgegründet. Ziel soll laut Anklage gewesen sein, das „System“ der Bundesrepublik durch eigene pseudostaatliche Strukturen zu ersetzen.

Dazu gehörten eigene Ausweise, ein „Meldeamt“, eine eigene Währung sowie ein Bank- und Versicherungssystem. Allein zwischen 2020 und 2025 soll das KRD (Königreich Deutschland) rund zehn Millionen Euro eingenommen haben, unter anderem durch unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte, Spenden und Seminare.

Mehr als zwei Millionen Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sollen hinterzogen worden sein. Fitzek soll als „Oberster Souverän“ die Kontrolle über die wesentlichen Bereiche des KRD gehabt haben.

Im Mai 2025 verbot das Bundesinnenministerium das „Königreich Deutschland“. Fitzek und drei weitere mutmaßliche Rädelsführer wurden festgenommen. Jetzt müssen sie sich wegen des Verdachts der Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie verschiedener Steuer-, Wirtschafts- und Urkundendelikte verantworten.