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Über der Arktis tut sich etwas, das auch für unser Wetter wichtig werden könnte: Der Polarwirbel droht, ins Wanken zu geraten. Wird er geschwächt oder gestört, kann eisige Polarluft nach Süden ausbrechen. Dann wären auch in Deutschland die ersten Schneeflocken möglich.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung (48) zu BILD: „Der Polarwirbel ist ein großes Tiefdrucksystem in der Stratosphäre, rund 15 bis 50 Kilometer über der Arktis. Ist er kräftig und rund, hält er die Kaltluft wie in einem Käfig am Nordpol fest, und bei uns setzt sich meist mildes, wechselhaftes Westwetter durch.“ Die Krux: „Wird der Wirbel gestört, verformt oder geschwächt, öffnen sich Türen, durch die arktische Luft nach Süden ausbrechen kann.“

Wo erster Schnee möglich ist

Heißt das jetzt: Wintereinbruch in Deutschland? Jetzt noch nicht! In den nächsten Tagen wird unser Wetter zunächst wechselhaft. Hinter durchziehenden Fronten kann allerdings immer wieder kalte Luft weit nach Süden vorstoßen. Jung: „Dann sind in den Mittelgebirgen ab etwa 600 bis 800 Metern die ersten Flocken möglich, in den Alpen auch deutlich tiefer.“

Sollte im Flachland schon jemand auf Schnee hoffen, muss er sich noch gedulden. Allenfalls bei einem stärkeren Kaltluftvorstoß könnten sich dort einmal nasse Flocken unter den Regen mischen.

Der Polarwirbel ist ein „Chaosstifter“

Und noch etwas bremst die Winterhoffnung im Herbst: Eine Störung weit oben in der Stratosphäre bedeutet nicht automatisch, dass Deutschland kurz darauf eingeschneit wird. Bis sich Veränderungen dort auf unser Wetter hier unten auswirken, können laut Jung zwei bis vier Wochen vergehen. Manchmal passiert bei uns sogar gar nichts. Denn wohin die Polarluft zieht, ist völlig offen. „Ein geschwächter Polarwirbel ist eher ein Chaosstifter als ein Kälte-Lieferservice“, so der Wetter-Experte zu BILD.

Statt Deutschland könnte die Kälte beispielsweise Osteuropa, Russland, Skandinavien oder Nordamerika treffen.

So wird das Wetter am Sonntag

Am Sonntag haben die Wolken meist die Oberhand. Zeitweise fällt Regen oder Sprühregen, regional gibt es aber auch längere trockene Phasen. „Die Temperaturen in Deutschland liegen bei 8 bis 12 Grad. In den südlicheren Bereichen in Bayern kann es auch 4 bis 7 Grad werden“, so Markus Eifried vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zu BILD.

Übrigens: Die höchsten Temperaturen mit 13 Grad werden auf Sylt und Helgoland erreicht. Das liegt laut DWD noch an der warmen Nordsee-Luft. Aber auch dort brodelt es: Erste Herbststürme haben bereits 14 Meter hohe Riesenwellen in der Nordsee aufgetürmt. Auch vor Sylt waren sie immerhin bis zu zehn Meter hoch.