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Heidelberg – Was für eine Pannen-Bilanz! Für knapp 1,2 Millionen Euro kaufte Heidelberg einen Wasserstoff-Müllwagen, der Bund steuerte mehr als 744.000 Euro bei. Doch statt zuverlässig Müll zu sammeln, war der Hoffnungsträger der Verkehrswende zeitweise an bis zu 85 Prozent der Betriebstage kaputt. Jetzt zieht die Stadt die Reißleine: Der klimafreundliche Antrieb fliegt raus, für weitere 240.000 Euro soll der Müllwagen auf Diesel umgerüstet werden.

Das vernichtende Urteil kommt direkt aus dem Rathaus. In dem offiziellen Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses heißt es nach technischer Prüfung, das Fahrzeug werde „nie in einen dauerhaften zuverlässigen Betriebszustand versetzt werden können“. 2025 kam der Problemwagen auf 41 Einsatztage. 114 Tage verbrachte er in der Werkstatt. Weitere 65 Tage stand er still. Standzeit: 81 Prozent. 2026 wurde es noch schlimmer: Bis zum 7. August war der Wagen nur an 23 von 148 erfassten Tagen im Einsatz. Jetzt soll der vorhandene Müllaufbau auf ein neues Fahrgestell mit Dieselmotor gesetzt werden. Kosten: 240.000 Euro. Das aus dem Verkehr gezogene Wasserstoff-Fahrgestell soll künftig nur noch als Ersatzteillager dienen.

Kein Einzelfall bei der Müllabfuhr: In der Beschlussvorlage steht: „Nach Rücksprache mit anderen kommunalen Betreibern, die wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge im Einsatz haben, zeigt sich, dass die festgestellten Probleme und Ausfallzeiten in vergleichbarer Form auch bei vielen anderen Fahrzeugen auftreten.“

Andere Städte, gleiche Probleme: In Leipzig kosteten 16 Wasserstoff-Müllwagen 17,66 Millionen Euro, ihre Einsatzquote lag im Sommer 2026 den vorliegenden Angaben zufolge aber nur bei 45,6 Prozent. Wiesbaden verabschiedete sich bereits nach kurzer Zeit wieder von seinen Wasserstoffbussen und verkaufte die zehn Fahrzeuge nach und nach.

Bund pumpt 140 Millionen Euro in Klima-Müllwagen

Seit 2020 hat der Bund insgesamt 140 Millionen Euro für 422 Müllfahrzeuge mit Elektro- und Wasserstoffantrieb ausgegeben – 96 Millionen davon allein für 165 Wasserstoffautos. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Bei mehr als jedem vierten untersuchten Müllwagen wurden erhebliche Stand- und Ausfallzeiten registriert. Zwölf Fahrzeuge waren sogar mindestens die Hälfte der erfassten Zeit außer Betrieb.